5 Day Slim Down und der Tone It Up-Ernährungsplan

Mittwoch, 27. Februar 2013
Wisst ihr, was ich als ein gutes Zeichen auf dem Weg der Genesung deute? Dass ich endlich mal wieder Lust hatte, mich einem “fremdgeschmiedeten” Plan zu stellen, ohne dass sofort Panik in mir aufkeimt. Genauer gesagt geht es um den Ernährungsplan von Tone It Up und den dort enthaltenen 5 Day Slim Down.

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Ich bin schon vor einiger Zeit auf Tone It Up gestoßen, habe aber erst letztes Jahr damit angefangen, mich mehr damit zu befassen. Die beiden Trainerinnen Karena und Katrina stellen Workouts, Trainingspläne, Rezepte, Motivationskicks, Challenges etc. auf ihrer Seite zur Verfügung. Ihre Workouts habe ich mit der Zeit sehr zu schätzen gelernt, da sie eine gute Ergänzung zu meinem intensiveren Krafttraining beim Body Pump sind. In den Übungen werden oft mehrere Muskelgruppen gleichzeitig beansprucht, z.B. Bein- und Armmuskulatur, sodass das Training sehr effektiv ist. Außerdem mag ich das Beach-Babe-Image der beiden (Wer will schon kein Beach Babe sein?) und sehe auch die Videos zu ihren Workouts sehr gerne. Auch in Sachen Unternehmergeist sind sie für mich tolle Vorbilder!

Auch wenn es auf der Seite Rezepte gibt, so stellen sie ihren gesamter Ernährungsplan nicht kostenlos zur Verfügung. Er ist echt teuer, auch wenn man lebenslang kostenlos Updates bekommt. Ich war aber total neugierig, was wohl dahinter steckt, auch wenn ich wusste, dass es dem Clean Eating sehr ähnelt. Meine Neugierde wurde sogar noch größer, als ich gesehen habe, dass Katrina mit diesem Plan über 10 kg abgenommen hat und früher nicht die Traumfigur hatte, die sie jetzt hat. Das hat mich irgendwie noch mehr angesprochen, als die ganzen anderen Erfolgsgeschichten. Liegt vielleicht auch daran, dass man sie in den Videos ständig sieht.

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Jetzt hat sie einfach eine super Figur! Schlank, muskulös, aber trotzdem noch sehr weiblich. Und sie ist damit mein absolutes Idol!
Ich muss zugeben, dass ich speziell an den Hüften, am Po und am unteren Rücken einige Fettpölsterchen habe, die ich schon seit eh und je mit mir rumschleppe. Und, ja, sie nerven mich tierisch und ich will sie loswerden!!! Mir ist bewusst, dass sich genau diese Problemzonen nicht direkt wegtrainieren lassen, sondern dass hier Bewegung und Ernährung Hand in Hand gehen. V.a. die Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle. Und die habe ich in den letzten Monate ein bisschen schleifen lassen. Da gab es eben doch wieder größere Portionen, mehr unachtsames Naschen, mehr Süßes und in der Klinik wurde viel mit Fertigzeugs gekocht. Ich fühle mich gerade einfach unwohl, irgendwie leicht aufgedunsen und an den schlechten Tagen fühle ich mich fett. Ich weiß, dass ich das nicht bin, und ich weiß auch, dass sich in Sachen Gewicht nicht viel verändert hat (wurde in der Klinik mehrmals gewogen – ließ sich nicht vermeiden). Ich nehme das aber trotzdem zum Anlass, meiner Ernährung einen kleinen Frühjahrsputz zu verschaffen, wieder mehr Grünzeug und Rohkost zu essen sowie mit neuen Rezepten zu experimentieren. Speziell letzteres ist seit meiner Klinikentlassung noch nicht wieder richtig in die Gänge gekommen.

Den Ernährungsplan in der veganen Ausgabe habe ich schon seit letztem Sommer, aber es hat bis letzte Woche gedauert, dass ich mich ihm näher gewidmet habe. Jetzt habe ich ihn mir ausgedruckt (man bekommt ihn in elektronischer Form), in einen Ordner abgeheftet und schon ein paar Rezepte ausprobiert. Um in das “Ernährungstuning” (so viel muss ich ja nicht umstellen) einzusteigen, habe ich mich dazu entschieden, den 5 Day Slim Down aus der Beach Babe Edition des Plans zu machen, und habe am Montag damit angefangen (daher auch die vielen Tweets mit #5DSD). Der Slim Down ist die striktere Variante des Ernährungsplans, bei dem man für fünf Tage u.a. auf Kohlehydrate mit hohem Stärkegehalt verzichtet (Nudeln, Brot, Reis – außer Quinoa), Zucker weglässt (außer Obst) und jeden Tag zwei Workouts macht: Morgens auf leeren Magen (der sogenannte Booty Call) und nachmittags/abends. Laut Plan geht es hier eher um zwei kurze Workouts von je ca. 30 Minuten Dauer. Da ich aber gerade abends im Fitness oft Kurse mache, die 60 Minuten gehen, mache ich am Morgen danach weniger intensive Einheiten. Heute Morgen habe ich z.B. eine 30-minütige Yogaeinheit zur Rumpfkräftigung gemacht, nachdem ich gestern beim Cycling war und heute Abend zum Body Pump gehe. Gestern Morgen war dafür ein HIIT-Training drin. Ich bin ja generell nicht so der Morgensportler, aber für die kurzen bzw. weniger intensiven Einheiten kann ich mich gut motivieren. Außerdem habe ich gelernt zu akzeptieren, dass ich morgens einfach nicht so leistungsfähig bin wie abends, und meine Ansprüche entsprechend angepasst.

Bislang fühle ich mich wirklich gut! Der Plan für die fünf Tage, den ich mir ausgedruckt und an den Kühlschrank gehängt habe, hilft mir, mit den Änderungen konsequent zu sein und dient als Gedankenstütze. Beim Kochen gönne ich mir wie immer Narrenfreiheit und befolge die Rezepte aus dem Plan nicht zu 100% bzw. mache ich nicht nur diese Rezepte. Sie dienen eher als Inspiration und ich kombiniere es mit dem, was im Kühl-/Vorratsschrank ist. Ich habe vor, mich danach auch weiter an die Grundstruktur des Ernährungsplans zu halten, da ich einfach schauen möchte, was ich damit bewirken kann. Letzten Endes wird das dann glaube ich so was wie Clean Eating trifft Crazy Sexy Diet trifft Tone It Up-Ernährungsplan. Ich möchte mich möglichst bewusst, grün, naturbelassen, abwechslungsreich sowie zuckerarm ernähren und dabei Spaß in der Küche haben!

Ich bin total glücklich, dass ich mich zu einem solchen Projekt aufraffen konnte. Es zeigt, dass der innere Antrieb wieder zurückkehrt und ich Herausforderungen nicht scheue. Für mich ist das wirklich ein wichtiger Schritt in meiner Genesung und ich bin auf meine kleinen Erfolge sehr stolz. Smiley
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Der Körper als Spiegel der Seele

Sonntag, 24. Februar 2013
Vielen von euch ist bestimmt bekannt, dass unser Körper auf viele Einflussfaktoren mit Krankheit reagieren kann, wie z.B. eine Infektion, eine Verletzung, eine ungesunde Lebensweise oder aber auch psychische Probleme bzw. Konflikte. Es gibt sogar viele Sprichwörter, die auf die Verbindung zwischen Körper und Seele hinweisen: “Das macht mir Kopfzerbrechen.”, “Das schlägt mir auf den Magen.” oder “Da bekomme ich weiche Knie.” sind alles Ausdrücke von körperlichen Reaktionen auf psychische Zustände wie Angst oder Stress.
Ich war mir dieses Zusammenhangs auch schon lange bewusst. In sehr stressigen Phasen habe ich z.B. schon seit Jahren starke Rückenschmerzen bekommen, die mich teileweise völlig bewegungsunfähig gemacht haben. Und während sich meine inneren Konflikte in den letzten zwei Jahren zu einer Depression entwickelt haben, nahmen auch die körperlichen Symptome zu: Ich hatte verstärkt Probleme beim Einschlafen bzw. Wiedereinschlafen, hatte sehr oft Rückenschmerzen, bekam auf einmal Probleme mit dem Magen und habe mit Migräneanfällen zu kämpfen.
Wird der innere Druck der Seele zu hoch, so sucht er sich im Körper ein Ventil. Dies drückt sich oft durch Schlafprobleme, Probleme mit dem Magen-Darm-Trakt oder Schmerzen jeglicher Art aus. Das schwierige an der Sache: Es reicht oft nicht aus, diesen Zusammenhang zu erkennen und an den seelischen Ursachen zu arbeiten, damit diese psychosomatischen Symptome ganz verschwinden.

Ich war mir vor dem Klinikaufenthalt nicht bewusst, wie eng diese Verbindung wirklich ist. Ich konnte das nicht nur bei mir selbst beobachten, sondern bei allen meinen Mitpatienten. Da hatte jeder sein eigenes Päckchen an psychosomatischen Symptomen zu tragen. Ich habe erst in der Klinik gemerkt, wie stark sich meine seelische Anspannung in körperlicher Anspannung ausdrückt. Besonders zu schaffen haben mir mein oft sehr unruhiger und unerholsamer Schlaf sowie meine Rückenschmerzen gemacht. Speziell bei meinem Rücken konnte ich innerhalb von kürzester Zeit eine Veränderung von leicht verspannt (mein Dauerzustand) zu heftigen Rückenschmerzen beobachten, wenn ich eine intensive und anstrengende Therapieeinheit hinter mir hatte. Dabei musste es nicht einmal zwingend um mich direkt gehen, denn auch die Themen der Mitpatienten können einem sehr zu schaffen machen. Ich hatte vor der Klinik nicht nachvollziehen können, warum ich immer so Probleme mit meinem Rücken habe. Ich habe eine gute Muskulatur, bewege mich viel und habe auch sonst keine nennenswerten anatomischen Fehlstellungen in der Wirbelsäule. Trotzdem dachte ich primär an körperliche Ursachen. Doch konnte mir kein Yoga und kein Krafttraining dabei helfen, die Rückenschmerzen dauerhaft loszuwerden. Es ist vielmehr so, dass die Anspannung in meinem Rücken ein Gradmesser für meine innere Anspannung ist. Das heißt aber auch, dass ich mich damit abfinden muss, dass ich mich ggf. mein Leben lang mit Verspannungen und Schmerzen im Rücken rumschlagen muss. Es geht bei psychosomatischen Symptomen oft gar nicht darum, sie komplett wegzubekommen – das ist oft gar nicht möglich. Wenn man sie vielmehr als Alarmsystem versteht, fällt es jedoch leichter, mit ihnen umzugehen. Wenn ich z.B. die Zeichen wie eine zunehmende Verspannung im Rücken, Muskelschmerzen durch Anspannung und Müdigkeit ignoriere – mir also keine Pause nehme, um zu schauen, was mir da gerade innerlich so zu schaffen macht –, dann sorgt mein Körper dafür, dass ich mir die Pause nehmen muss, indem er mich außer Gefecht setzt. Ich war nicht umsonst zwei Mal in der Klinik stark erkältet und habe nachts Migräneanfälle bekommen. Ich sage euch, die Therapie war auch für meinen Körper kein Zuckerschlecken! Doch war ich mehr und mehr fasziniert davon, wie sich meine Seele über meinen Körper zu Wort meldet. Wenn ich auf die Anzeichen geachtet habe, mir Ruhe zum In-mich-Hineinhören genommen und gleichzeitig meine körperlichen Symptome behandelt habe (oft auch ohne Medikamente, sondern z.B. durch eine Wärmeflasche, ein heißes Bad oder Feldenkrais-Übungen), ließ die Anspannung spürbar nach. Und genau darum geht es meiner Meinung nach auch im Alltag – dazu muss man keine Depression haben oder in psychotherapeutischer Behandlung sein.

Die Seele verschafft sich einfach nur etwas Aufmerksamkeit, wenn Hektik und Trubel zu viel werden. Sie sagt uns, dass wir einen Gang zurückschalten sollen, da gerade zu viel Energie benötigt wird, um den Laden am Laufen zu halten. Sie will uns damit nicht bestrafen und man braucht sich auch nicht darüber ärgern, dass der Körper mal wieder nicht so funktioniert, wie man das von ihm erwartet. Mit ein bisschen mehr Achtsamtkeit kann man dem “Totalausfall”, wo wir zur Ruhe gezwungen werden, mit wenig Aufwand sehr gut vorbeugen, indem man Momente der Ruhe in seinen Tag einbaut, die im Inneren mehr Raum schaffen. Manchmal braucht es davon mehr, manchmal weniger. Und manchmal wird man auch das Gefühl haben, dass zunächst gar nichts hilft. Ich schlage mich seit der Entlassung aus der Klinik wieder mit sehr intensiven Träumen rum und bin oft total erschlagen, wenn ich morgens aufwache. Ich sage euch, schlechter Schlaf zehrt auf Dauer ganz schön an einem und natürlich nervt mich das. Vor ein paar Tagen habe ich mich wieder besonnen (denn ärgern hilft ja auch nichts) und damit angefangen, mich morgens stärker mit dem auseinanderzusetzen, was da nachts in mir vorgeht. Und siehe da, die Lage hat sich zumindest ein bisschen entspannt. Manche Dinge wollen einfach nur gesehen und anerkannt werden. Mehr ist oft gar nicht nötig.

Habt ihr schon bewusst psychosomatische Symptome bei euch wahrgenommen? Wie sieht das körperliche Alarmsystem eurer Seele aus? Wie geht ihr damit um?
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Brokkoli-Quinoa-Salat

Samstag, 16. Februar 2013
Ich muss sagen, ich bin zur Zeit etwas erstaunt, dass es in Sachen Kochen und Backen bei mir nach der Klinik doch recht langsam zugeht. Natürlich mache ich mir jeden Tag was zu Essen, aber die alte Kreativität ist noch nicht zurückgekehrt. Ich glaube, ich muss mich erst wieder daran gewöhnen, dass ich mich wieder selbst ums Essen kümmern muss und nicht einfach in einen Speisesaal gehen kann, wo ich halt das esse, was sich andere ausgedacht haben. Ich dachte irgendwie, dass ich vor Ideen nur so sprühen werde, sobald ich wieder selbst in der Küche aktiv werden kann. Doch auch hier geht es eben Schritt für Schritt.

Die großen Küchenexperimente haben also vorerst noch nicht stattgefunden. Ich bin schon froh, dass wir den Kühl- und Vorratsschrank recht schnell wieder so gefüllt haben, dass ich mir mittags spontan etwas zubereiten kann. Bei mir stehen gerade einfache, schnelle und unkomplizierte Gerichte im Vordergrund, die kein großes Vorplanen benötigen. Es gibt oft Salat, Suppen und Ofengemüse.

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Doch ganz ist die Inspiration nicht ausgeblieben. Die Idee für das heutige Rezept hatte ich in der Klinik, als es zum Abendessen einen Salat aus Brokkoli und Couscous gab, welches Reste vom Mittagessen waren. Der Salat war wirklich sehr lecker, sodass ich unbedingt etwas ähnliches machen wollte, wenn ich wieder zuhause wäre. Gesagt, getan. Den Couscous habe ich dabei durch Quinoa ersetzt – nicht nur, weil das für Vegetarier/Veganer viel vorteilhafter ist, sondern auch, weil es das in der Klinik nicht gab (Couscous gab es dagegen recht häufig, genauso wie Bulgur, Naturreis und Vollkornnudeln). Die Karotten sorgen für etwas mehr Farbe und die gerösteten Sonnenblumenkerne geben dem ganzen ein besonderes Aroma. Das Ergebnis ist ein Salat, der schnell zubereitet ist und unheimlich lecker schmeckt.

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Brokkoli-Quinoa-Salat
Für 2 Personen als Hauptgericht

Zutaten:
  • 1/2 Becher Quinoa
  • 1 Becher Gemüsebrühe (bei Bedarf glutenfrei)
  • 1 kleiner Kopf Brokkoli
  • 1/4 Becher Sonnenblumenkerne
  • 2 Karotten

Für das Dressing:
  • 2 El dunkler Balsamico
  • 1 El Apfelessig
  • 1 El Tamari (wenn glutenfrei) oder Soja-Soße
  • 1 El Senf
  • 1 El Ahornsirup
  • 1 El Olivenöl
  • Pfeffer
  • Ingwerpulver
  • Knoblauchpulver

Hinweis: 1 Becher = 225ml

Zubereitung:
  1. Quinoa in ein feinmaschiges Sieb geben und mit warmem Wasser abspülen, um die Bitterstoffe zu entfernen.
  2. Anschließend zusammen mit der Gemüsebrühe in einen kleinen Topf geben, aufkochen und ca. 10-15 Minute köcheln lassen, bis es weich ist.
  3. Die Brokkoliröschen kleinschneiden und in einem Topf garen. Ich habe sie für ca. 5 Minuten mit dem Dampfgareinsatz gegart.
  4. Eine kleine Pfanne auf dem Herd heiß werden lassen und die Sonnenblumenkerne kurz darin anrösten.
  5. Die Karotten schälen und entweder mir dem Spiralschneider schneiden oder grob raspeln.
  6. Wenn Quinoa und Brokkoli fertig sind, zusammen mit den Sonnenblumenkernen und Karotten in eine Schüssel geben.
  7. Die Zutaten für das Dressing in einer kleinen Schüssel anrühren und kräftig würzen. Nicht wundern, wenn es sehr intensiv schmeckt – das braucht’s, damit der Salat nicht fade schmeckt.
  8. Das Dressing unter sie restlichen Zutaten mischen und bei Bedarf nachwürzen.

Ihr könnt den Salat warm oder kalt genießen. Besonders lecker ist er, wenn man ihn etwas durchziehen lässt. Er ist also ein perfektes Gericht, das man im Voraus zubereiten und dann z.B. mit auf die Arbeit nehmen kann.

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Vom Dressing bin ich übrigens so begeistert, dass ich es seitdem als Salatdressing verwende und dafür mit etwas Orangensaft verdünne. Das ist diese Art von Dressing, die ich aus der Schüssel trinke, wenn der Salat gegessen ist. Zwinkerndes Smiley

Ich freue mich schon, wenn in Zukunft wieder mehr solcher Gerichte in meiner Küche entstehen!
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Fastenzeit 2013

Dienstag, 12. Februar 2013
Wisst ihr, was ich am Bloggen besonders toll finde? Wenn ich mit dem, was ich mache und über das ich hier schreibe, andere motiviere und dann selbst wieder von ihnen motiviert werde. Ein schöner Kreislauf, finde ich. Und genauso erging es mir mit Vorsätzen für die anstehende Fastenzeit.
Ich habe das ehrlich gesagt nicht wirklich auf dem Plan gehabt und war seit meiner Klinikentlassung vor zwei Wochen mit anderen Dingen beschäftigt. Ich habe es ja noch nicht einmal geschafft, das 2-jährige Bestehen des Blogs letzten Freitag richtig zu feiern bzw. ihm einen Post zu widmen. Ist ja auch halb so schlimm.

Am Wochenende habe ich dann auf Twitter von dem Fastenvorhaben der lieben Katrin gelesen, die sich durch meine Fastenvorhaben für ein Konsumfasten entschieden hat. Und dann habe ich mir gedacht, dass mir das auch mal wieder ganz gut tun würde – und zwar wieder in vollem Umfang. Letztes Jahr habe ich das Konsumfasten ja nur auf Kosmetikprodukte beschränkt, aber dieses Jahr soll es wieder vollumfänglich gelten.

Ganz konkret heißt das:
  1. Das Kaufverbot gilt für alle Lebensbereiche, z.B. Bücher, Zeitschriften, Klamotten, Schuhe, Accessoires, Kosmetik, Pflege etc., und bezieht daher im Prinzip auch Lebensmittel mit ein.
  2. Ich kaufe nur das, was ich wirklich brauche. Das werden dann meistens natürlich Lebensmittel sein. Für sie gilt trotzdem das generelle Kaufverbot, da ich auch dort dazu neige, Dinge aus einer spontanen Lust heraus zu kaufen, obwohl ich noch genügend andere Lebensmittel zuhause habe,  die ich verwenden könnte (Tee ist da so ein passendes Beispiel). Und sollten Hygieneartikel ausgehen, so kaufe ich auch diese nach – aber eben nur das, was wirklich notwendig ist (und nicht z.B. gleich 3 Haarsprays, nur weil ich gerne alle ausprobieren möchte).
  3. Das Konsumfasten gilt auch für Rabattaktionen oder Gutscheine wie von Groupon.
  4. Folgende Ausnahmen gelten:
    • Mein Schatz und ich sind gerade wieder in einem kleinen “Schöner Wohnen”-Projekt, bei dem wir ggf. ein paar neue Sachen brauchen, wie z.B. Aufbewahrungskisten oder Deko.
    • Die beiden Zeitschriften-Abos, die ich habe.
    • Das Abo bei Audible (Hörbücher).
  5. Folgende Dinge sind auch nicht vom Fasten betroffen: Kino, Weggehen, Essengehen etc. Also die Dinge, bei denen ich nach Kauf keinen materiellen Gegenstand in der Hand halte, den ich mit nach Hause nehme, sondern wo es um Erlebnisse geht.

Ich habe das Gefühl, dass das sehr gut zu meiner aktuellen Situation passt. Ich bin gerade immer noch dabei, mich Zuhause einzuleben – und mit Zuhause einleben meine ich nicht nur, dass ich jetzt wieder Zuhause schlafe. Es geht vielmehr darum, wieder eine neue Orientierung und eine feste Struktur in meinem Leben zu schaffen, was ich dadurch unterstützen möchte, dass ich mich mehr auf mich und das, was ist, besinne. Ich finde, da passt das Konsumfasten wunderbar dazu!

Habt ihr euch vorgenommen zu fasten? Wenn ja, auf was verzichtet ihr?
Neben Katrin und mir haben sich auch noch einige andere Blogger zum Fasten entschlossen, z.B. Sue, Anni und Susana Lena, falls ihr noch Inspiration braucht.
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Vom Hamster und den sieben Zwergen

Mittwoch, 6. Februar 2013
Wo soll ich bloß anfangen?
Diese Frage haben sich meine Mitpatienten und ich in der Klinik wirklich sehr oft gestellt. Und auch jetzt drängt sie sich wieder auf. Denn auf der einen Seite sind die 9 Wochen, die ich der Klinik war, so wahnsinnig schnell vergangen, und auf der anderen Seite ist in der Zeit für mich so viel passiert – weniger im Außen, sondern vielmehr im Innern.
Wo also anfangen zu erzählen?
Die Antwort darauf ist ganz simpel: Einfach irgendwo – der Rest wird sich schon daraus ergeben.

Also fange ich einfach irgendwo an.

Bevor ich in die Klinik kam, hatte ich ehrlich gesagt keinerlei Vorstellung, was mich dort erwarten würde. Ich hatte keine große Erfahrung mit Psychotherapie, geschweige denn mit Gruppentherapie oder Spezialtherapien, wie z.B. Musiktherapie. Ich hatte aber auch gar nicht das Bedürfnis, allzu viel im Vorfeld wissen zu müssen. Ich wollte das einfach alles auf mich zukommen lassen, wenn es soweit war. Ich wusste nur eins: Dass ich ein unglaublich gutes Gefühl bei der Sache hatte.
Am Ankunftstag war ich aber doch ganz schön aufgeregt. Wie wohl die Mitpatienten in meiner Gruppe so sein werden? Und mit wem werde ich das Doppelzimmer in der ersten Zeit teilen? Werde ich morgens aus dem Bett kommen? Wie groß wird das Heimweh sein? Und ob das Essen wohl gut ist? Das sind nur ein paar der Fragen, die mir an dem Morgen durch den Kopf schossen.  Und dann war ich einfach da, in der Klinik, und habe mich vom ersten Moment an total wohlgefühlt.
Wohlfühlen ist neben den ganzen therapeutischen Maßnahmen glaube ich ein ganz wichtiger Aspekt, wenn man sich auf einen solchen Klinikaufenthalt einlässt. Daher reisen viele mit relativ großem Gepäck an – ich natürlich auch. Ich wollte auf so wenig wie möglich verzichten, was für mich auch zuhause normal war. Und so habe ich neben einer großen Auswahl an Klamotten unter anderem auch Kuscheldecke, Wärmeflasche, Teddybär, Bademantel, Teeauswahl mit Teetasse und Laptop eingepackt. Als mir dann beim ersten Rundgang durch die Klinik die Aromabäder, also Räume mit einer schönen großen Eckbadewanne, für welche man sich beim Pflegepersonal Aromaöl-Badezusätze holen konnte, und die Sauna gezeigt wurden, konnte ich mir noch besser vorstellen, dass ich es dort eine Weile aushalten könnte.

Am Tag nach der Ankunft bin ich dann gleich voll ins Klinikgeschehen eingestiegen. Auch wenn man am Tag in der Regel nur zwei Therapieeinheiten hat, so kann es schon passieren, dass man die ersten Tage leicht überfordert ist, da man noch mit den Kontaktzeiten beim Pflegepersonal am Morgen und Abend, den Essenszeiten, der Orientierung im Haus und natürlich der Gruppe konfrontiert wird. Mich hat da wieder das altbekannte “Oh mein Gott! Hoffentlich vergesse ich nichts!”-Gefühl beschlichen, sodass ich nicht drum herum kam, immer einen Terminplaner bei mir zu haben. Sicher ist sicher, denn ich war mit dem Kopf nur allzu oft wo anders.
Meine erste Therapieeinheit war die Musiktherapie, die neben der Gestaltungstherapie und dem Dreidimensionalen Gestalten als künstlerische Therapie in der Sonnenberg Klinik angeboten wird. Jede Gruppe hatte eine solche Therapie auf dem Programm, wobei ich nie dahinter gestiegen bin, wie dabei die Auswahl erfolgt ist, ob man nun Musik- oder Gestaltungstherapie hat. Ich war auf jeden Fall total glücklich, dass meine Gruppe Musiktherapie hatte, denn Musik ist für mich sehr wichtig.  Und als Therapieeinstieg war es dadurch für mich auch einfacher. Bei der Musiktherapie wird die Musik als Ausdrucksform für Gefühle und Stimmungen verwendet. Im Musiktherapieraum gab es viele Instrumente zu Auswahl, aus denen man sich in jeder Stunde eins aussuchen konnte, auf dem man anschließend zusammen in der Gruppe musiziert hat. Das ging natürlich nicht nach Noten, sondern man spielt nach Stimmung. Und das hat oft zu ganz erstaunlichen Klangteppichen geführt.
Überhaupt war ich erstaunt, was sich aus der Gruppe heraus so alles ergeben hat. Bis auf die eine Einzeltherapieeinheit, die ich pro Woche hatte, haben alle anderen festen Therapieeinheiten in der selben Gruppe stattgefunden. Ich war also gezwungen, mich den Mitpatienten gegenüber zu öffnen, und wurde dementsprechend auch mit ihren Themen konfrontiert. Das war natürlich nicht immer leicht. Für manches schämt man sich ja vielleicht oder es erzeugt Unbehagen, wenn man sich gegenüber anderen so “nackt” zeigt. Doch habe ich die Arbeit in der Gruppe als unglaublich wertvoll zu schätzen gelernt. In den Geschichten und Erlebnissen der anderen hat man oft eigene Themen wiedergefunden und wenn man selbst über ein Thema gesprochen hat, so kamen von den anderen viele Ideen, Rückmeldungen und Ratschläge – das kann ein einzelner Therapeut gar nicht leisten! Erstaunlich war für mich auch, was ich zu meiner Selbst- und der Fremdwahrnehmung der anderen von mir erfahren habe. Da hat mich das eine oder andere doch schockiert und zum Grübeln gebracht, v.a. wenn Selbst- und Fremdwahrnehmung so völlig konträr sind und man sich dessen gar nicht bewusst ist. Da sind Missverständnisse – auch in der Gruppe – unweigerlich vorprogrammiert. Doch gab es in der Klinik den Raum, auch auf solche Dinge einzugehen. Man lernt sich dadurch in der kurzen Zeit, die man miteinander verbringt, auf einer so ganz anderen Ebene kennen, als das außerhalb der Klinik der Fall ist. Die alltäglichen Lebensumstände treten sehr stark in den Hintergrund und man sieht den eigentlichen Menschen, um den es geht, viel klarer. In meiner Gruppe war das sogar noch etwas intensiver, da wir über Weihnachten und Neujahr 4 Wochen lang keine Zu- oder Abgänge hatten. Das ist wirklich ungewöhnlich, denn sonst ist eine Gruppe für maximal 2 Wochen stabil. Das hat uns ganz schön zusammengeschweißt. Und da wir zu siebt waren, hat es nicht lange gedauert, bis wir uns als die sieben Zwerge bezeichnet hatten. Ist ja auch eigentlich ganz passend, denn bei der Therapie haben wir oft ganz tief gegraben und jeder von uns durfte zusätzlich mal Schneewittchen oder böse Königin spielen.
Überhaupt gab es in der Klinik eigentlich nie schlechte Tage, denn die Tage, an denen es mir emotional oder auch körperlich schlecht ging, waren im Rahmen der Therapie trotzdem gute Tage. Ich hatte gerade an solchen Tagen die besten und tiefstgreifenden Erkenntnisse, da ich keine Kraft hatte, irgendeine Art von Schutzschild aufrecht zu erhalten. So war ich viel näher dran an den Kernthemen und Gefühlen. Dass die Verbindung zwischen Körper und Seele wirklich so eng ist, hätte ich nicht gedacht. Ich hatte manchmal sogar den Eindruck, dass mich mein Körper “absichtlich” schwächt, damit ich besser dran bleiben kann. Doch war das scheinbar der einzige Weg, um mich aus meinem Hamsterrad zu schmeißen. Ob ihr’s glaubt oder nicht: Es war mir auch in der Klinik möglich, v.a. am Anfang, ein hohes Maß an Geschäftigkeit aufrecht zu erhalten. Man nimmt sich eben immer überallhin mit. Es hat nicht allzu lang gedauert, bis mir eine Mitpatientin den Hamster als Gradmesser für meine Stimmung zur Seite gestellt hat: Ging’s mir emotional gut, war der Hamster im Hamsterrad und ist gerannt, ging’s mir schlecht, war er gerade im hohen Bogen aus dem Rad geflogen und ist eher hart gelandet. Ich versuche daher, dem Hamster in mir gerade beizubringen, dass man im Hamsterrad auch langsam laufen oder es sich auch dem Hamsterrad gemütlich machen kann. Mal sehen, wie das klappt.

Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich in der Klinik an Erkenntnissen, Ansatzpunkten und neuen Sichtweisen mitnehmen konnte. Der geschützte Rahmen hat mir auf jeden Fall dabei geholfen, mich zu öffnen, und es war schön, sich so angenommen und aufgehoben fühlen zu können. Da gibt es natürlich schon einiges, was mir fehlt, seit ich wieder zuhause bin. Doch habe ich mich auch sehr auf zuhause gefreut, denn erst im Alltag wird sich zeigen, wie ich das Neue in mein Leben integrieren kann. Dafür bedarf es natürlich noch weiterer Unterstützung im Rahmen einer ambulanten Therapie. Mit 9 Wochen intensiver Behandlung ist es leider noch nicht getan. Aber es war für mich ein ganz toller Anfang.
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