Mein Basisrezept für grüne Wraps

Grüne Wraps waren für mich DIE Entdeckung während des Crazy Sexy Detox.

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Doch was verbirgt sich eigentlich genau dahinter?
Für mich liegt der Unterschied zu normalen Wraps weniger in der Füllung, sondern im eigentlich Wrap selber, also dem, in was die Füllung eingewickelt wird. In der Regel sind das Teigfladen, wie z.B. Tortillas. Doch leider bekommt man diese bei uns in Deutschland oft nur aus weißem und nicht aus Vollkornmehl, sodass ich darauf nicht so gerne zurückgreife.
Auf amerikanischen Blogs sind mir schon häufig “lettuce wraps” oder “collard wraps” begegnet. Bei ersteren sind die Wraps aus Salatblättern, bei letzteren aus Kohlblättern. Die Kohlblätter gibt es z.B. in den USA separat im Bund zu kaufen. Da diese recht groß und robust sind, eignen sie sich wunderbar für Wraps.

Das Tolle an dieser Wrap-Variante?

  • Man hat nochmal eine Möglichkeit, mehr rohes Grünzeug in seine Ernährung zu integrieren.
  • Man muss nicht auf Getreide-Wraps zurückgreifen, was v.a. dann praktisch ist, wenn man z.B. abends auf Kohlehydrate mit hohem Stärkegehalt verzichten möchte.
  • Sie schmecken super frisch und lecker! (Das wäre wohl des wichtigste Vorteil Zwinkerndes Smiley )

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Ich habe in den letzten Wochen viel mit verschiedenem Blattgrün experimentiert, um das für mich beste “Wrap-Material” zu finden. Das ist gar nicht so einfach, denn die Blätter sollten

  • eine gewisse Größe haben, sonst lassen sie sich nicht zusammenfalten,
  • am besten eine glatte Oberfläche haben und
  • sie sollten zwar robust sein, damit sie nicht so leicht reißen, aber auch nicht zu fest, denn sonst brechen sie.

Ihr seht schon, dass das keine einfache Aufgabe war. Daher möchte ich euch meine Favoriten vorstellen:

  1. Kohlrabiblätter:
    Diese kommen den “collard greens” glaube ich am nächsten und sind meine Nummer 1 in Sachen Wraps.
    Der Nachteil: Man kann sie nicht im Bund kaufen, sondern man muss sie sich stibitzen. Dadurch ist nicht immer gesichert, dass man gute Blätter bekommt, also Blätter, die die richtige Größe haben. Ich schaue einfach immer, was andere Leute so in der Kohlrabikiste zurücklassen (die meisten reißen die Blätter ja ab und nehmen nur die Knolle mit) und was noch so an den anderen Kohlrabis dran ist. Bislang hat mich noch nie jemand blöd angemacht, weil ich hier und da noch ein Blatt von einem Kohlrabi wegmache.
    Der Vorteil: Wenn man Blätter in eine guten Größe bekommt, sind sie die besten Wraps – und man bekommt sie immer umsonst, weil sie als “Hasenfutter” durchgehen.
  2. Kopfsalat:
    Jetzt im Sommer bekommt man ja ganz tolle große Kopfsalate. Die äußeren größten Blätter können gut für Wraps verwendet werden, aber man muss schon etwas vorsichtiger sein beim Wickeln. Leider eignet sich aber nicht der ganze Salatkopf für Wraps.
  3. Romanasalat:
    Romanasalat ist auch toll, da die Blatter von Romanasalat eigentlich komplett relativ groß sind. Nur ist Romanasalat nicht immer so leicht zu bekommen.
  4. Mangold:
    Mangoldblätter kann man auch nicht gut für Wraps verwenden, wenn man den harten weißen Strunk ausschneidet, der ja teilweise relativ weit in die Blätter hineinreicht.

Für Wraps verwende ich kein festes Rezept, sondern schaue einfach, was sich aus dem Kühlschrank gut einwickeln lässt. Doch habe ich natürlich mit der Zeit ein gewisses “Wrap-Basisrezept” für mich entwickelt, mit welchem mir immer leckere Wraps gelingen. Dieses möchte ich euch heute vorstellen.

Das Wrap-Basisrezept

1. Das Blattgrün vorbereiten
Das Blattgrün, welches zum Einsatz kommen soll, waschen und trockentupfen.
Wenn ihr Kohlrabiblätter besorgt habt, dann trennt für die Aufbewahrung den grünen Stängel ab (den könnt ihr dann z.B. in Smoothies verwenden) und legt die Blätter flach aufeinander. So bleiben sie am längsten frisch und bekommen keine ungewollten Risse. Diese könnt ihr dann in einer Plastiktüte oder Plastikbox im Kühlschrank aufbewahren.

2. Füllmaterial zubereiten
Das heißt eigentlich nur, dass ihr all das kleinscheiden müsst, was ihr in eure Wraps machen wollt. Am besten eignet sich dafür die Stift- oder Julienne-Form.

Und was ihr reinmachen könnt?
Alles, was euch schmeckt: Rohes und gegartes Gemüse, Tofu, Burger, Zucchinipuffer, Sprossen, aber natürlich auch Eier, Käse, Schinken, Räucherlachs (um ein paar nicht-vegane/nicht-vegetarische Alternativen zu nennen).

3. Den Wrap füllen
Ich bestreiche meinen Wrap immer zuerst mit etwas Cremigem wie z.B. Hummus, einem Dip oder einer Avocadocreme (aka Joghurt-Guacamole). Ich finde, ohne das schmeckt es viel zu trocken. Ihr könnt dafür  auch Kräuterquark oder Frischkäse verwenden.

Wenn ich noch etwas gekochtes Getreide in den Wrap machen möchte, wie z.B. Hirse, Reis oder Quinoa, dann gebe ich das direkt auf die Creme.

Jetzt folgen die kleingeschnittenen Zutaten. Der einzige Rat, den ich euch hier geben kann: Nicht zu voll machen!


Oft mache ich auf die kleingeschnittenen Zutaten noch etwas Tomatenmark, Pesto oder Senf – das gibt einfach einen tollen Geschmack!

4. Das Falten
Das ist der schwierigste Teil, denn das Blattgrün kommt ja nicht in einer Standardgröße. Wenn ich große und längliche Blätter habe, dann gehe ich in der Regel wie folg vor:
Zuerst unten einklappen…

… dann die Seiten…

… und zum Schluss oben.

So halten die Wraps eigentlich immer ganz gut. Wobei ich euch nicht sagen muss, dass das Essen von Wraps großes Sauerei-Potenzial hat. Also immer schön die Serviette griffbereit haben und über dem Teller essen! Zwinkerndes Smiley

Wenn ich irgendetwas nicht in die Wraps bekommen habe, dann esse ich es einfach als Beilage.

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Seid ihr auch schon auf den Grünen-Wrap-Geschmack gekommen? Mit was füllt ihr eure Wraps am liebsten?

7 Comments

  • Hallo Julia,
    ja ich bin auch auf den Geschmack gekommen. Mein Favorit für die Füllung ist eine Creme aus Quinoa, Joghurt, getrockneten Tomaten und Gewürzen.
    Viele Grüße
    Steffi

  • Super Idee! Die Zutaten der gekauften Weizenwraps ist ja wirklich nicht so der Hit und da sind die grünen Wraps wirklich eine Super Idee!
    Meinst du in Folie gepackt kann man sie auch in der lunchbox mitnehmen?
    Liebe Grüße

  • Vielen Dank für den super Tipp! Ich wollte auch schon immer Green Wraps probieren, wusste aber nicht, welche Blätter ich verwenden soll! Auf Kohlrabi wäre ich NIE gekommen, ich wusste noch nicht mal, dass man die essen kann *schähm*. Ich stibitze mir mal 1-2 und probiere es erst einmal aus! Früher habe ich immer Weizentortillas verwendet, aber ich bin jetzt auf vietnamesische Frühlingsrollen umgestiegen. Ist natürlich eigentlich was ganz anderes, aber mir kommt es auf das "Einrollen von Zutaten, auf die ich gerade Lust habe" an. Ob das nun Mais und Hähnchen oder Garnelen und Möhren sind, ist mir irgendwie egal (ja ich weiß, etwas komisch!). Ich berichte mal auf meinem Blog, wenn ich die grünen Wraps probiere! Wer sich für die vietnamesichen Reisrollen (aka frühlings- oder Sommerrollen) interessiert, kann sie sich hier bei mir ansehen: http://genuss-und-versuchung.blogspot.de/2012/06/bento-box-vietnamesisch-frische.html

  • Habe heute die Wraps mit Kohlrabiblättern versucht und leider war mir nach zwei Wraps total… komisch irgendwie… Ich hab die Gemüsefüllung dann ohne die Blätter gegessen. Fand den Geschmack etwas dominant bitter. Mit Romanasalat hat es mir immer gut geschmeckt. Habe heute zusätzlich auf dem Markt noch Mangold erstanden, mal sehen, wie das so schmeckt. Werde abends gleich mal einen oder zwei ausprobieren. Ich habe auch manchmal einfach zwei Kopfsalatblätter übereinander gelegt, dann hat das ganze etwas besser gehalten und ist nicht so leicht zerrissen. 😉
    Aber Du hast einfach immer geniale Rezepte und Tipps, echt herrlich! Liebe Grüße!

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