Yoga & Meditation in der Schwangerschaft

Meine Schwangerschaft ganz bewusst zu erleben, ist für mich von Anfang an sehr wichtig gewesen. Dazu gehört für mich nicht nur, meinem Bauch beim Wachsen zuzuschauen oder meinen Essensgelüsten nachzugehen, sondern auch eine tiefe Verbindung zu meinem schwangeren Körper und zu unserem Baby aufzubauen. Und was könnte sich dafür besser eignen als Yoga und Meditation! Doch beides hat  sich für mich in der Schwangerschaft natürlich verändert, wovon ich dir in diesem Beitrag erzählen möchte.

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Yoga in der Schwangerschaft

Seit ich schwanger bin, steht Yoga für mich wieder öfter auf dem Programm. In den Monaten zuvor war ich mit meinen Kursen, Laufen, HIIT-Workouts etc. so ausgelastet, dass ich ehrlich gesagt nur noch selten eine richtige Yoga-Einheit gemacht habe (abgesehen von meinen BODYBALANCE-Stunden). Yoga war da meist nur Teil meines Dehnprogramms nach dem Training. Ich habe es zwar auf der einen Seite vermisst, auf der anderen Seite hatte ich einfach nicht so viel Lust drauf bzw. mehr Lust auf anderes.

Jetzt hat sich das wieder etwas gewandelt, was v.a. daran liegt, dass ich aktuell ein größeres Bedürfnis nach ruhigerer Bewegung habe. Klar, bei mir gibt es immer noch BODYPUMP, CXWORX und Laufen, aber davon geht nicht mehr so viel und ich brauche mehr Ausgleich dazu. Yoga ist da für mich genau das richtige! Daher habe ich auch vermehrt ruhige Yoga-Einheiten gemacht, also weniger dynamisches Yoga und mehr Einheiten, in denen die Posen länger gehalten werden. Letzteres kann zwar auch anstrengend sein – 1 Minute in Krieger 2 stehen lässt die Beine ganz schön brennen! –, aber das fühlt sich zur Zeit besser an als ständig von einer Pose in die nächste zu gehen.
Für mich ist das längere Verweilen in einer Asana zum einen toll, da ich ganz behutsam in die Haltung hineingehen kann, da mein schwangerer Körper sich jetzt ein bisschen anders verhält und sich ständig verändert. Zum anderen kann ich dann auch in der Asana besser in meinen Körper hineinspüren und nochmals entdecken, was sich so alles verändert und womit ich mich gerade wohlfühle. Einige Asanas gehen mittlerweile nicht mehr so gut, z.B. geschlossene Twist oder Vorbeugen mit geschlossenen Beinen. Da ist der Bauch nicht nur von seinem jetzt größer werdenden Umfang im Weg, sondern es ist vielmehr der Platz im Inneren weniger geworden, was die Posen für mich unangenehm macht. Alles andere geht aber sonst noch erstaunlich gut! Ich habe zur Zeit nur nicht das Bedürfnis, in jeder Pose meine Grenzen auszutesten, wie ich das sonst gemacht habe, sondern ich achte besser auf die Balance zwischen Anspannung und Entspannung. Ich bin dennoch total erstaunt, wie wenig mich die Schwangerschaft bislang einschränkt bzw. wie wenig eingeschränkt ich mich fühle. 🙂

Ich habe erst vor Kurzem mit speziellen Schwangerschaftsyoga-Einheiten begonnen, weil ich dann doch neugierig war, worin sie sich von “normalen” Yogastunden unterscheiden. So arg viel anders sind sie in Sachen Asanas natürlich nicht, aber es wird eben mehr Bezug zu den Vorteilen für Schwangerschaft und Geburt genommen. Das war mir in den ersten 3-4 Monaten der Schwangerschaft einfach noch zu viel. 😉 Jetzt passt das für mich besser. Ich muss auch mal schauen, ob ich eine Schwangerschaftsyogastunde in einem Yogastudio machen werde oder ob ich nur für mich zuhause praktiziere, wie ich das ja bisher zu 95% gemacht habe. Vielleicht fühlt es für mich später in der Schwangerschaft besser an, auch mal ins Studio zu gehen.

Meditation in der Schwangerschaft

Wo ich durch Yoga Ruhe und Raum in meinem schwangeren Körper finde, schaffe ich das in meinem schwangeren Geist durch Meditation: Seit ich schwanger bin, bin ich in meiner Meditationspraxis noch konsequenter geworden. Wo es davor auch mal vorkam, dass ich sie ein oder zwei Wochen habe schleifen lassen, habe ich seit der Rückkehr aus unserem Kanada-Urlaub keinen Tag verpasst – und wenn es nur ein kurzer “Meditationsquickie” war.

Ich nutze meine Meditationen jetzt fast immer, um Kontakt zu unserem Baby aufzunehmen. Dafür nutze ich meist unterschiedliche Visualisierungen oder Mantras und konzentriere mich während der Meditation nicht mehr nur auf meine Atmung. Ich möchte dem Baby ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln, auch dann, wenn es mir selbst mal nicht so gut geht. Am liebsten nehme ich das Baby mit an meinen inneren Glücksort. Manchmal bin ich in dieser Visualisierung schwanger, manchmal habe ich auch schon ein neugeborenes Baby bei mir. Das ergibt sich von selbst, denn ich erzwinge in diesen Visualisierungen nichts. Letzteres kommt aber zur Zeit immer häufiger vor, auch wenn ich dabei keine konkrete Vorstellung vom Gesicht des Babys habe. Ich könnte also nicht beschreiben, wie das Baby genau aussieht, außer dass es eben ein kleines wundervolles Geschöpf ist. 🙂
Da ich für meine Meditationen die App Headspace nutze, habe ich dort auch die Schwangerschaftsserie gemacht. Sie ist eine tolle Möglichkeit, ein paar neue Visualisierungstechniken zu lernen, die sich speziell für Schwangerschaft und Geburt eignen. Außerdem wird am Anfang jeder Meditation in dieser Serie entweder ein weiterer Nutzen des Meditierens während der Schwangerschaft erklärt oder mit welchen Herausforderungen bzw. Sorgen man sich vielleicht rumschlägt und wie man diesen mit der Meditation begegnen kann. Mir hat das sehr gut gefallen und ich werde die Serie während der Schwangerschaft nochmals wiederholen. Ich brauch aber immer etwas länger, um durch solche Meditationspakete durchzugehen, da ich zwischendrin auch andere Meditationseinheiten aus der App mache. Dafür eignen sich die sogenannten Single-Meditationen, mit denen ich dann eine ganz klassische geführte oder ungeführte Achtsamtkeitsmediation in der gewünschten Länge machen kann. Ab und zu will ich mich dann doch einfach nur auf meinen Atem konzentrieren. 😉

Mir hilft diese Kontaktaufnahme zum Baby während des Meditierens dabei, mich schon jetzt ein bisschen darauf vorzubereiten, dass in nicht allzu ferner Zukunft ein Mensch in unser Leben treten wird, der alles verändern wird. Auch wenn ich natürlich immer noch ich bleiben werde, so wird v.a. am Anfang unser Baby in den Mittelpunkt unseres Lebens rücken. Natürlich passiert das schrittweise auch schon jetzt und es ist wunderbar, dass ich diese Veränderung und Entwicklung bewusst erleben kann. Trotzdem frage ich meinen Mann oft, ob er sich schon so richtig vorstellen kann, dass wir bald ein Baby haben und Eltern sind. Seine Antwort ist dann die selbe wie meine: “Nein, das kann ich mir immer noch nicht vorstellen.”

Und genau das ist ja das Besondere, Herausfordernde und Wundervolle an dieser ersten Schwangerschaft für mich: Alles fühlt sich richtig und stimmig an, auch wenn ich mir noch gar nicht vorstellen kann, wie sich mein Leben im nächsten Jahres verändern wird.

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