10 Monate Babyglück

Eine Sache merkt man im ersten Baby- und Elternjahr ganz deutlich: Es passiert so viel, dass es wirklich schwer ist, sich im Bewusstsein zu halten, was so alles los war. Ich habe teilweise schon abends Schwierigkeiten zu rekapitulieren, was der Tag so alles mit sich gebracht hat. Wenn ich dann auf einen ganzen Monat zurückblicke, wäre ich völlig aufgeschmissen ohne das Entwicklungstagebuch, dass ich für Adrian führe, in dem ich für jede Lebenswoche Notizen mache, was bei Adrian so los war (das mache ich einfach in einer Notiz-App auf dem Handy – das habe ich ja meist griffbereit und kann direkt etwas eintragen, wenn ich daran denke). Mit Kindern lebt es sich viel leichter im Hier & Jetzt, wobei ich doch gerne mal zurückschaue, um zu reflektieren und damit ich Erlebnisse nochmal bewusster wertschätzen kann.

Auch für dieses Babyglück-Update hier war ich wieder sehr dankbar für meine Notizen, denn ich bin schon froh, dass ich mich noch einigermaßen daran erinnern kann, was über die Weihnachtsfeiertage passiert ist. Wie soll ich da noch wissen, was vor knapp 1,5 Monaten los war? 😉

Das erste Mal ganz ohne Papa

Wir sind in Adrians 10. Lebensmonat direkt mit einer Premiere gestartet: 5 Tage ganz ohne Papa. Mein Mann war auf einem Seminar und ich habe diese Zeit mit Adrian genutzt, einige Tage bei meiner Mama zu verbringen. Wir waren nicht die gesamte Zeit bei ihr, da wir u.a. fürs Babyschwimmen mittwochs wieder zuhause sein wollten, aber mir hat der Besuch schon im Vorfeld die ganze Sache etwas einfacher gemacht, da ich dieser Zeit mit einem leichteren Gefühl begegnen konnte.

Es waren ganz wundervolle Tage bei meiner Mama! Es war erstaunlich, wie Adrian durch das längere Zusammensein mit ihr ganz viele neue Anregungen bekommen hat – einfach, weil sie nochmals andere Dinge mit ihm gemacht hat als das, was er von mir, meinem Mann oder meinen Schwiegereltern gewohnt ist. Es macht einfach so viel Spaß zu beobachten, wie positiv er auf Menschen reagiert. Bei Erwachsenen fremdelt er natürlich zunächst etwas, aber sobald jemand Unbekannteres sich mit ihm befasst, mit ihm spielt oder rumalbert, taut er sehr schnell auf. Andere Kinder sind hingegen gar nicht sicher vor ihm: Auf die krabbelt er direkt zu, drückt sich an sie ran, sucht Kontakt und ist für das eine oder ander Kind manchmal etwas zu stürmisch.

Selber essen macht Spaß!

Bei meiner Mama gab es auch das erste Mal Butterbrot zum Frühstück und wir gehen immer weiter in Richtung „normales“ Essen. Morgens und abends gibt es mal Brei, mal etwas Festes wie Brot oder Pancakes. Den klassischen Mittagsbrei gibt es eigentlich gar nicht mehr. Ab und zu püriere ich noch Gemüse, das er gefüttert bekommt, während er selber gegarte Kartoffelwürfel oder Nudeln mit den Fingern isst, oder ich koche sehr kleingeschnittenes Gemüse z.B. in Tomatensoße, was er dann zusammen mit Reis, Hirse oder Couscous gefüttert bekommt. Adrian hat aber auch schon viele Mittagsmahlzeiten komplett in Fingerfood-Form bekommen, die er selber essen kann. Ich kann daher aus dem, was es für uns Großen zu essen gibt, eigentlich immer etwas für Adrian machen – entweder eignet sich die ganze Mahlzeit (aktuell noch ungewürzt bis auf Kräuter) oder ein Teil davon. Das war am Anfang zwar schon eine Umstellung, da ich mir wieder etwas mehr Gedanken machen musste, was es v.a. unter der Woche für mich zum Mittagessen gibt, doch ist das für mich ja auch nur vorteilhaft. Da Adrian eigentlich alles isst, was ich ihm vorsetze, ist das auch sehr einfach umzusetzen. Wenn er etwas nich so gerne isst, dann ist das meist etwas Festes, dessen Konsistenz für ihn noch ungewohnt ist oder das er doch noch nicht so gut kauen kann, weil es nicht weich genug ist. In solchen Situationen ist Obst immer eine gute Alternative! Adrian liebt Obst, daher gibt es das zu fast allen Mahlzeiten und er darf es immer mit den Händen essen. So ist es gerade ein guter Mix aus selber essen und füttern, aus Mitessen bei uns und extra Kochen für ihn.

Trotz der Fortschritte beim Essen stille ich Adrian aber weiterhin ca. 3 Mal am Tag: Morgens nach dem Aufwachen, nach seinem Nachmittagsschläfchen (wobei er da auch ohne Stillen bzw. Pre-Milch auskommt, wenn ich nicht da bin – da isst er dann z.B. nur etwas Obst – wenn ich aber da bin, möchte er gerne an der Brust trinken) und ein Mal in der Nacht zwischen 3 und 5 Uhr. Wenn er nachts öfter aufwachen sollte, stille ich ihn trotzdem nur das eine Mal, außer es ist eine ganz unruhige Nacht. Dann kann es auch vorkommen, dass ich ihn ein weiteres Mal stille, wenn er anders nicht wieder in den Schlaf findet (wobei Stillen dann auch nicht immer geholfen hat). Ums Abstillen mache ich mir aktuell keine Gedanken. Zum einen genieße ich diese ruhigen, kuscheligen Momente mit ihm selber noch (Stillsitzen und Rankuscheln gibt’s bei Adrian eigentlich nicht, wenn er wach ist), zum anderen möchte ich das Stillen gerne als Nähespender für die Umstellungsphase haben, wenn ich wieder arbeiten gehe. Wann und wie wir abstillen, wird sich zeigen. Ich denke, sowohl Adrian als auch ich werden da einen Anteil dran haben.

Rankuscheln beim Schlafen

Die für mich größte Veränderung im 10. Lebensmonat war eine kleine, aber feine Anpassung der Schlafsituation: Wir haben das Gitterbett zu einem großen Beistellbett umgebaut (wenn ich „wir“ schreibe, dann meine ich meinen Schwiegerpapa, der das in Windeseile für uns gemacht hat).

Mich hat das Gitter zwischen Adrian und mir schon immer gestört. Nicht nur, weil ich das Gefühl hatte, dass Adrian v.a. beim Einschlafen abends und wenn er nachts aufwacht viel besser zur Ruhe kommt, wenn man an ihn rankuschelt, sondern weil ich selber ein viel besseres Gefühl beim Beruhigen habe, wenn ich ihm ganz nah sein kann. Ich bin halt selber auch ein Rankuschler. Nachdem Adrian die Wochen zuvor nachts eigentlich ausschließlich bei mir im Bett geschlafen hat, schläft er jetzt durch das große Beistellbett die meisten Nächte friedlich in seinem Bettchen, sodass ich auch wieder etwas mehr Platz beim Schlafen habe (das Schlafen tagsüber geht weiterhin ganz problemlos).

Ich hatte schon direkt, als wir auf das Gitterbett umgestiegen sind, mit dem Gedanken gespielt, die Gitterseite zu meinem Bett wegzumachen. Ich hatte dann aber Angst, Adrian könnte unbemerkt aus seinem Bett und dann auch aus unserem Bett rauskrabbeln und rausfallen. Daher hatten mein Mann und ich auch die ersten 2-3 Wochen, als Adrian wieder bei mir im Bett geschlafen hatte, den Rest des Abends mit im Bett verbracht – dank Tablet, Smartphone & Co. haben wir dennoch unsere Dosis Serienkram bekommen. 😉  Wir hatten einfach die Befürchtung, Adrian könnte trotz Bettdeckenbarriere aus dem Bett krabbeln. Nach dieser Zeit hatten wir aber einfach mal wieder Lust auf einen „normalen“ Abend auf der Couch, wo wir auch nochmal in Ruhe miteinander reden können. Also haben wir es eines Abends gewagt, Adrian mit der Bettdeckenbarriere alleine in unserem Bett zu lassen – naja, so alleine, wie man mit Video-Babyphone eben sein kann. 2 Abende haben wir den Monitor vom Babyphone dauerhaft angelassen und ständig draufgeschaut (wir machen den Monitor sonst nur an, wenn das Babyphone Geräusche „meldet“). Doch es hat sich schnell herausgestellt, dass Adrian sich bemerkbar macht, bevor er sich im Bett allzu viel bewegt. Unbemerkt Rauskrabbeln gibt’s also nicht. Das hat uns letzten Endes auch die notwendige Sicherheit für das große Beistellbett gegeben.

Um doch noch ein bisschen Krabbelschutz zu haben und um den Übergang zwischen den beiden Betten weicher zu machen, benutzen wir ein Seitenschläferkissen. Wenn wir uns fürs WInschlafen an Adrian rankuscheln, liegt es sich darauf meiner Meinung nach angenehmer als auf dem großen Stillkissen. Das Stillkissen nutzen wir zusammen mit einem alten normalen Kissen als „Bettverkleinerung“. So hat Adrian ein ganz kuscheliges Nest.

Wie wir die Schlafsituation weiter gestalten, also wann Adrian in seinem eigenen Zimmer und in welcher Art Bett er dann schlafen wird, kann ich jetzt noch nicht sagen. Für uns alle ist das Schlafen im Familienbett jetzt immer noch die passende Lösung, die sich sowohl für mich als auch für meinen Mann gut anfühlt.

Am 18.01.18 geht’s los!

Mit einem guten Gefühl blicke ich auch auf dieses Datum, denn am 18.01.18 fange ich wieder an zu arbeiten. Mit meinem Arbeitgeber habe ich eine Lösung gefunden, die für mich, meinen Mann und meine Schwiegereltern, die Adrians Betreuung übernehmen, wenn sowohl mein Mann als auch ich arbeiten, passt. Ich bin darüber sehr glücklich, denn ich freue mich aufs Arbeiten! Es wird ein neuer Abschnitt, der v.a. für Adrian und mich eine große Veränderung mit sich bringt. Die Umstellung wird bestimmt nicht immer leicht, da ich mir aber auch nicht vorstellen kann, gar nicht mehr zu arbeiten, ist der Schritt für mich auf jeden Fall notwendig. Anpassungen können dann immer noch erfolgen.

Denn das war eine der wichtigsten Lektion, die ich in diesem Jahr als Mama gelernt habe: Vieles lässt sich nicht vorhersehen und vorausplanen, aber für alles gibt es zu gegebener Zeit eine Lösung. Mir hat das ein großes Gefühl der Freiheit gegeben, da ich v.a. im Alltag immer öfter Dinge auf mich zukommen lassen konnte. 🙂

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen guten Start ins neue Jahr, das mit vielen neuen WUNDERvollen Erfahrungen auf dich wartet!

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