9 Monate Babyglück

Nun ist es soweit: Adrian lebt länger außerhalb meines Körpers als er in ihm verbracht hat. Das ist irgendwie ein komischer Gedanke, denn die letzten 9 Monate sind für mich definitiv schneller vergangen als die 9 Monate Schwangerschaft davor. Oder ist doch mehr Zeit vergangen? Denn die Schwangerschaft ist gleichzeitig auch eine Ewigkeit her. Diese Zeitwahrnehmung… die kann ganz schön verwirrend sein.

Aber nicht nur die Zeitwahrnehmung ist verwirrend für mich. Mich verwirrt gerade auch, was alles so in mir los ist. Ich hatte ja bereits im letzten Babyglück-Update geschrieben, dass einiges angefangen hat, in mir zu arbeiten, und jetzt habe ich das Gefühl, dass ich den Wald vor lauter Gefühlsbäumen nicht mehr sehe. Daher habe ich auch viele Anläufe gebraucht, diesen Beitrag zu schreiben. Ich hatte zwar das Bedürfnis, durchs Schreiben emotional „auszumisten“, aber dann kam irgendwie nichts so richtig aus dem Kopf in die Finger. Kennst du das auch? Wenn man vor Gedankenwirrwarr fast überläuft und es aber dann nicht artikulieren kann? So geht’s mir gerade. Deswegen habe ich es mit dem Schreiben einfach immer wieder aufs Neue probiert, denn geholfen hat es trotzdem irgendwie, auch wenn nicht immer viel getippt wurde.

Heute habe ich dann auch endlich auf „Veröffentlichen“ gedrückt. 😉

Ich hatte mir das leichter vorgestellt…

Am meisten hat mich weiterhin die Rückkehr zur Arbeit umgetrieben. Als ich in den Mutterschutz gegangen bin, hatte ich diese Vorstellung, dass das ganz easy wird. In den letzten Wochen musste ich mir jedoch eingestehen, dass ich damit ganz schön zu kämpfen habe und viele, viele Zweifel und Ängste hochkommen. Mich treibt nicht nur die Tatsache um, dass ich bald weniger Zeit mit Adrian verbringen werde, sondern auch, dass ich jetzt erst realisiere, wie sich mein Alltag verändern wird, wenn ich wieder arbeite. Außerdem hatte ich gehofft, dass bei der Abstimmung meiner Arbeitszeiten direkt eine Lösung gefunden wird, die für allen Seiten passt, damit ich da nicht in weitere Gespräche muss. Sowas ist mir nämlich oft ziemlich unangenehm, v.a. wenn ich erlebe, welche Auswirkungen die Realisierung meiner Wünsche auf andere hat (in diesem Fall z.B., dass andere Kollegen ihre Arbeitszeiten ändern müssen). Auf der einen Seite habe ich mich geärgert, weil es nicht gleich so gelaufen ist, wie ich mir das vorgestellt habe, auf der anderen Seite habe ich mich klein und machtlos gefühlt, hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich anderen doch keine Umstände machen möchte, und blieb weiterhin in der Ungewissheit, wie es ab 18.01.2018 weitergeht. Geklärt ist das Thema zwar bis heute nicht, aber ich habe am Montag ein Gespräch mit allen relevanten verantwortlichen Kollegen, was ich sehr gut finde, denn so lässt sich viel besser eine Lösung finden als über E-Mails.

Ein neues Erwachen

Im letzten Beitrag habe ich davon geschrieben, dass ich meinen inneren Kompass wieder aktiviert habe. Dieser innere Kompass hat mich auf direktem Weg zurück zum „Kurs in Wundern“ geführt, mit dem ich 2012/2013 schon einmal Kontakt, aber zu diesem Zeitpunkt noch keinen richtigen Zugang dazu hatte. Doch jetzt ist die Zeit reif dafür und ich habe durch liebe Menschen wie Silja oder Kristin, die schon länger damit arbeiten und das auch auf ihren diversen Online-Kanälen teilen,  gemerkt, dass das genau der Ansatz ist, um die Dinge zu lösen, die in mir noch im Argen sind. Ich will an dieser Stelle noch gar nicht so tief in dieses Thema einsteigen, da ich separat darüber berichten werde, doch ich möchte kurz das „Könnte Wunder Bewirken„-Programm von Gabby Bernstein nennen, das ich gerade absolviere, und „Rückkehr zur Liebe“ von Marianne Williamson. Beides sind ganz tolle Bücher für einen Einstieg in die eigentliche Arbeit mit dem „Kurs in Wundern“, der ja mit einer eher gewöhnungsbedürftigen, nicht ganz so leichten Sprache daherkommt. Dabei ist die Essenz des Kurses ganz einfach: Liebe ist die einzige Wahrheit und Angst eine Illusion unseres Egos, welche sich aber ganz schön tief und in vielen Lebensbereichen bei uns eingeschlichen hat. Vielleicht waren die letzten Wochen auch deswegen so aufwühlend, weil ich mir meine Ängste (siehe oben in Sachen Rückkehr zur Arbeit) gerade sehr bewusst mache, um mit ihnen zu arbeiten. Gleichzeitig konnte ich aber auch schon eine ganz tolle Entwicklung hin zu einer liebevolleren Wahrnehmung bei mir beobachten.

Wenn du jetzt neugierig geworden bist, dann freue dich auf meinen Beitrag dazu!

Wirbelwind, Zahnmonster und Kuschelbär

Ich glaube, mit diesen drei Begriffen lässt sich Adrian aktuell ganz gut beschreiben. Er ist ein Wirbelwind, weil er nun nicht nur ganz flink krabbelt, sondern auch immer öfter läuft, solange er sich festhalten/abstützen kann und er im Seitschritt gut vorankommt. So läuft er liebend gerne die Küche an den Küchenschränken und das Wohnzimmer an Couch, Couchtisch und Wohnwand ab. Er zieht sich hoch, geht gekonnt in die Hocke (vorbildliche tiefe Kniebeugen, sag ich euch!), steht wieder auf, läuft weiter, setzt sich hin, krabbelt – und das alles in Dauerschleife während er mit Gegenständen auf den unterschiedlichsten Oberflächen rumhämmert oder von allen Seiten begutachtet. Schubladenausräumen ist natürlich auch sehr beliebt. Am liebsten die bei mir im Bad, die teilweise noch gesichert werden müssen, da sie doch einige nicht-babygerechte Dinge beinhalten. Das fordert ganz schön viel Aufmerksamkeit ein und an manchen Tagen bin ich nur davon total geplättet.

Leider ist Adrian auch ein kleines Zahnmonster, da es bei ihm echt lange dauert, bis die Zähne durchbrechen. Auch wenn ein Zahn das Zahnfleisch schon ganz ausgebeult hat und man denkt „Ach, in den nächsten Tagen ist er durchgebrochen“, so dauert es bei den oberen beiden mittleren Schneidezähnen, mit denen wir es aktuell zu tun hatten bzw. haben (einer ist schon durch), nochmal 2 Wochen, bis sie sich dann wirklich durchgearbeitet haben. Entsprechend gibt es immer wieder Tage, an denen Adrian sehr weinerlich ist und er auch beim Breiessen viel jammert (aber trotzdem weiteressen möchte). Gefühlt ist Adrian seit Monaten am Zahnen, weil das bei uns so ein Dauerthema ist. Seine Bäckchen sind standardmäßig rot, sodass Rotbäckchen auch ein guter Name für ihn ist.

Durch seinen Entdeckerdrang, die neue Unabhängigkeit durchs Krabbeln und die Zahnerei hatte Adrian v.a. nachts ein großes Nähebedürfnis. Ruhige Nächte gab es daher nur, weil Adrian wieder bei mir im Bett geschlafen hat. Außerdem kommt er gerade abends nur zur Ruhe, wenn man sich im Liegen richtig an ihn rankuschelt, was im normalen Gitterbett ja gar nicht möglich ist, sodass er direkt bei mir im Bett eingschlafen ist (daher haben wir das Gitterbett jetzt auch etwas umgebaut – mehr dazu im nächsten Babyglück-Update). Trotzdem gab es einige Abende, wo er 1 Stunde und länger gebraucht hat, um richtig fest einzuschlafen, obwohl er hundemüde war, weil er kurz vorm wegdösen immer wieder aufgeschreckt ist. Und als Eltern kann man da gar nicht viel mehr machen, als Nähe und Geborgenheit zu schenken und geduldig zu bleiben, auch wenn man sich das Abendprogramm etwas anders vorgestellt hat. Mein Tipp, wenn’s mit dem Einschlafen beim Baby länger dauert: Gleich mit dem Baby bettfertig machen, sich dazu legen und nach dem Einschlafritual Hörbuch hören, wenn das Baby die Körpernähe braucht, bis es fest schläft. Adrian hat nämlich gar nicht viel geschrien oder geweint, sondern war einfach sehr unruhig und ist auch sofort wieder aufgewacht, wenn ich aufstehen wollte und er noch nicht fest genug geschlafen hat. Wenn man dann selber dabei müde wird, kann man auch direkt die Äuglein zumachen und gemeinsam mit dem Baby etwas Schlaf aufholen. Adrian ist Gott sei Dank ein sehr ruhiger Schläfer. Das nächtliche Kuscheln der letzten Wochen hat mich daher gar nicht so sehr gestört, weil ich selber gut schlafen konnte. Im Gegenteil: Ich habe unser nächtliches Familienschlaflager sogar sehr genossen. <3

 

Jetzt freuen wir uns auf die erste Weihnachtszeit als Eltern – die vielen Lichter der Weihnachtsdeko findet Adrian schon einmal super und sie sind außer Reichweite seiner kleinen Patschehändchen. 😉

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