Könnte Wunder Bewirken – Teil 1: Warum ich eine neue Wahrnehmung möchte

Das letzte Jahr war vor allem geprägt von vielen, vielen Entwicklungen: In meinem Bauch hat sich ein Baby entwickelt, das jetzt schon seine ersten Schritte macht, und ich bin Mama geworden, sodass ich nicht nur die Entwicklung unseres Sohnes miterleben und begleiten durfte, sondern auch in mir einige Entwicklungen angestoßen wurden. Ich habe mich immer öfter gefragt, was ich mir für meinen Sohn wünsche, was ich ihm als Mutter vorleben möchte und was ich dafür verändern muss. Denn eins ist klar: So ein Kind kann einen  – unabsichtlich natürlich – ganz schön triggern und man fällt dann in Verhaltensmuster, die einem alles andere als dienlich sind. Wenn man die Nerven verliert, weil das Kind z.B. nicht einschlafen kann und man deswegen selber nicht zum ersehnten „Feierabend“ kommt, dann ist das durchaus nachvollziehbar, hilft in der Situation aber keinem weiter. Genauso wenig hilfreich ist es, wenn man ständig das Gefühl hat, die eigenen Bedürfnisse bleiben auf der Strecke, wenn man Kind, Partnerschaft und evtl. Arbeiten unter einen Hut bringen will.

Aber gibt es denn einen anderen Weg? Ich denke schon!

Im heutigen Beitrag möchte ich aber zuerst einmal ganz offen und ehrlich sein und dir etwas genauer erzählen, was mich auf diesen neuen Weg gebracht und was dabei in mir vorgegangen ist.

Mein innerer Hilfeschrei

Gerade diese Annahme, dass langfristig scheinbar „immer was auf der Strecke bleibt“, war für mich ein Augenöffner. Ich habe das als Kommentar unter einem Instagram-Post in meiner Timeline gelesen und mir ist es dabei eiskalt den Rücken runtergelaufen. Ich fand diesen Gedanken sofort ganz furchtbar! Ich konnte richtig spüren, wie in mir die Alarmglocken angingen und ich innerlich aufschrie „Ich möchte aber nicht in einem ständigen Mangelgefühl leben!“.

Doch wie sollte es denn anders gehen? Zeit ist Mangelware, da lässt sich eben nicht alles unterbringen.

Aber was ist die Konsequenz? Würde der Versuch, alles super gut zu organisieren – Stichwort Zeitmanagement -, irgendeine Veränderung bringen? Oder indem man sich für bestimmte Entwicklungsschritte beim Kind ein Ziel setzt? Durchschlafen mit spätestens 6 Monaten, alle Beikost-Breie eingeführt mit 8 Monaten, abgestillt mit spätestens 1 Jahr? Dass das so nicht funktioniert und bei allen Beteiligten unnötig Stress auslöst, erfährt man spätestens nach der Geburt. Scheinbar muss man also mit diesem Mangel leben.

Doch ist da auch eine Stimme in mir, die mir flüsterte, dass es einen anderen Weg geben muss, dass es nicht sein kann, dass das Familienleben geprägt ist von einem Mangelgefühl oder dass man auf die Bedürfnisse des einen Familienmitglieds nur auf Kosten der anderen eingehen kann. Mit dieser Einstellung – und wenn ich so in die Mama- und Elternrunden horche läuft es leider oft darauf hinaus – wundert es mich nicht, dass trotz der ganzen Liebe, die wir alle für unsere Kinder empfinden, auch immer eine unterschwellige Unzufriedenheit mitschwingt. Aber wäre es nicht viel schöner, wenn ich selber in Situationen ruhig bleiben könnte, die gemeinhin als anstrengend gelten, wie z.B. anhängliche Phasen, langwieriges Einschlafprozedere oder Dauergejammer? Wenn durch das Miteinander alle gewinnen? Wenn man gemeinsam als Familie wachsen kann? Mir ging so langsam auf, dass das alles irgendwie zusammenhängen muss, aber ich wusste noch nicht, wie ich es anders machen sollte.

Angst oder Liebe?

Mehr als diese Erkenntnis war auch erst einmal gar nicht notwendig. Denn allein die Bereitschaft, einen anderen Weg gehen zu wollen, hat mich genau auf diesen gebracht, denn ich wurde wieder offen für die Botschaften aus dem Werk „Ein Kurs in Wundern„, der in seiner Essenz aussagt, dass Liebe die einzige Wahrheit ist und Angst eine Illusion unseres Egos, welche sich aber ganz schön tief und in vielen Lebensbereichen bei uns eingeschlichen hat. Wenn wir in den Ängsten und Illusionen unseres Egos festhängen, dann erleben wir Mangel, fühlen uns von unseren Mitmenschen getrennt, vergleichen und bewerten uns selbst sowie unsere Mitmenschen, halten an Ärger und Groll fest usw. Obwohl sich niemand von uns ein angsterfülltes Leben wünscht, stecken wir oft ziemlich tief drin, weil wir es meist einfach nicht besser wissen und nicht anders gelernt bzw. vorgelebt bekommen haben.

Das ist auch der gemeinsame Nenner, egal ob es ums „Da bleibt was auf der Strecke“-Denken geht oder ums Nervenverlieren, weil das Baby den ganzen Tag jammert: All diesen Dingen liegen Ängste zugrunde. Die Angst, nicht genug Zeit, Raum, Zuwendung für sich selbst und andere zu haben, das Gefühl der Machtlosigkeit und des Nicht-gut-genug-Seins, weil das Kind schreit, egal was man tut, oder die Sorge, man könnte dem eigenen Kind langfristig schaden, weil man es z.B. zu lange stillt oder nicht lange genug.

Mama zu sein und zu werden ist außerdem emotional wahnsinnig intensiv (für Väter gilt das natürlich auch), sodass in mir bestimmte Verhaltensmuster wieder „aktiv“ wurden, von denen ich dachte, dass ich sie schon ganz gut gemeistert hätte. Für mich sind das die Angst vor dem Versagen bzw. dem Nicht-gut-genug-Sein und die, wie ich sie nenne, Vergleicheritis bzw. Bewerteritis. Ich erinnere mich an frühe U-Untersuchungen, nach denen ich erleichtert war, dass Adrians Gewicht eher im unteren Normalbereich war, und dann kam einige Monate später immer ein ungutes Gefühl auf, wenn uns jemand sagte „Oh, der Kleine ist aber ganz schön propper.“, worauf ich am liebsten entgegnen würde, dass es andere Babys gäbe, die deutlich dicker wären als Adrian. In diesem Fall tarnte sich meine Angst ganz heimtückisch als Sorge für meinen Sohn, er könne in Zukunft vielleicht irgendwelche Nachteile haben, wenn sein Gewicht zu hoch sei (mal davon angesehen, dass es immer noch im Normalbereich ist). Dabei geht es natürlich um mein ganz eigenes Problem, das ich noch mit meinem Körper und meiner Statur habe und welches ich auf Adrian projiziere, und nicht darum, ob Adrian zu dick, zu dünn, zu groß oder zu klein ist.

Eine Veränderung der Wahrnehmung

Doch hat Adrian wie als Katalysator und Spiegel für mich fungiert, denn zum einen konnte ich, wenn durch ihn in mir etwas angetriggert wurde, viel besser abgrenzen, dass es hier um mich und ganz allein um mich geht (ansonsten schiebt man die Schuld ja gerne auf die anderen), und zum anderen zeigt er mir jeden Tag, wie es ist, wenn man aus der Liebe heraus lebt: Für ihn ist es unerheblich, was andere Kinder um ihn herum können oder nicht können, er fühlt sich in seinem Körper einfach pudelwohl, für ihn ist es ganz natürlich, dass es zwischen uns eine innige Verbindung gibt, und wenn er beim Laufenlernen auf den Popo fällt, steht er immer wieder auf und probiert es erneut.

Und ich? Ich vergleiche mich gern mit den anderen – wer macht’s besser und sieht dabei besser aus -, zweifle, ob ich liebenswürdig genug bin, bin gerne mal auf die Anerkennung von außen aus und wenn ich an die Erfüllung meiner Träume denke, erschleicht mich das Gefühl, dass vom großen Kuchen für mich nix mehr übrig bleibt, weil andere schneller waren. Das ist für mich jetzt alles nichts neues. Diese tiefsitzenden Ängste kenne ich seit langem. Mein Verstand sagt mir auch immer wieder, dass sie unbegründet sind, doch irgendwie kommt das ganz tief drinnen nicht richtig an.

Und dann bin ich dem Kurs in Wundern wieder begegnet, v.a. durch die täglichen Lesungen von Silja, und hatte sofort das Gefühl „Ich glaub, das isses.“ Nicht nur für das Überwinden meiner Ängste, sondern wie ich die Welt grundsätzlich wahrnehmen möchte – aus der Liebe und der Gewissheit heraus, dass wir für eine liebevolle Sichtweise bereits alles in uns tragen. Um wieder in die Liebe zu kommen, ist jedoch ein bisschen Arbeit notwendig, denn die Gewohnheiten und Tricks des Egos sind ebenso tief verankert wie die Ängste selbst. Ich wollte aber nicht direkt mit dem Kurs starten, der auch einen umfassenden Übungsteil beinhaltet, da ich das Gefühl hatte, dafür noch nicht bereit zu sein (die Sprache ist sehr gewöhnungsbedürftig und teilweise schwer verständlich). Doch gibt es viele Interpretationen des Kurses, u.a. von Marianne Williamson und Gabrielle Bernstein, die einen tollen Einstieg in den Kurs geben. Darüber wollte ich mich wieder mit dem Kurs vertraut machen und dann entscheiden, ob ich mich direkt an dieses große Werk wage.

Mein Wahl fiel auf das 6-wöchige „Könnte Wunder Bewirken„-Programm von Gabby Bernstein, weil es die Grundprinzipien des Kurses in ganz einfach anwendbare tägliche Übungen herunter bricht und auf verschiedene Lebensbereiche anwendet. Gerade die Anwendung und Umsetzung im Alltag war mir besonders wichtig, also Werkzeuge an die Hand zu bekommen, wie ich mit den negativen Gedanken, Ängsten, Sorgen,Verurteilungen etc. umgehen kann, um sie nach und nach zu verändern. Ende letzten Jahres habe ich mit dem Programm begonnen und es an Hl. Abend – zum Fest der Liebe – abgeschlossen, was ich irgendwie sehr passend fand.

Was dich im „Könnte Wunder Bewirken“-Programm erwartet,

wie ich es in meinen Mama-Alltag eingebaut habe und wie es jetzt bei mir weiter geht, das erfährst im nächsten Beitrag – dieser hier ist ja schon lange genug geworden. 😉

Bis dahin möchte ich gerne von dir erfahren, ob du auch den Wunsch nach Veränderung, nach einer neuen Sichtweise in dir trägst – egal ob im Alltag mit Kind oder ohne – und, wenn ja, welchen Weg du eingeschlagen hast. Verrate es mir in den Kommentaren!

3 Comments

  • Liebe Julia, finde deinen Beitrag ganz wunderbar! Zwar ohne Kind habe ich letztes Jahr auch für mich entschieden, mehr mit mir ins Reine kommen zu wollen. Ich habe für mich gemerkt, dass alleine schon die eigene Sichtweise, dass wir selbst für unsere Gedanken, Emotionen und Gefühle verantwortlich sind, mich unheimlich weiter bringt. Kennst du Laura Malina Seiler? Sie hat einen tollen Podcast, den ich dir empfehlen kann.
    Bin gespannt zu lesen, wie es bei dir weiter geht.
    Alles Gute, Uta

    • Hallo Uta,
      es freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefallen hat – der Folgepost ist auch schon online!
      Laura Malina Seiler kenne ich auch und ihre Arbeit ist sehr inspirierend. Bin gerade nur etwas auf Gabby Bernstein eingeschossen. 😉 Kennst du das auch, dass man sich für eine Weile von einer Person sehr inspirieren lässt? Davor hat mich Gabby nämlich nicht so sehr angesprochen, doch jetzt trifft sie genau meinen Nerv. <3
      Ich wünsche dir auf deinem weiteren Weg auch alles Gute!

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