Solitudelauf 2012

Es ist vollbracht: Ein neuer persönlicher Rekord über 10 km!!!!! Jetzt steht die “4” vorne.
Ich habe heute den ersten Lauf in diesem Jahr beim Solitudelauf absolviert. Das Zeitziel ist erreicht – aber das war leider auch das einzig Positive an diesem Lauf. Mehr dazu gleich.

Heute Morgen bin ich um 7 Uhr aufgestanden, damit ich genügend Zeit fürs Frühstück hatte. Der Lauf startete um 9:50 und da es für mich ein Heimspiel war, musste ich keine lange Anreise einplanen. Das Frühstück war mal wieder das übliche Nussbutter-Bananen-Brot mit einer Tasse Kasse Kaffee und Wasser, wobei ich heute nur 1 Scheibe gegessen habe (sonst esse ich immer 2 oder 1 ganzes Brötchen). Der Lauf war ja nicht so lang und ich hatte nach dem Frühstück nicht so viel Verdauungszeit. Das zweite Frühstück danach war aber schon eingeplant.

Dann bin ich mit meinem Schatz zur Starnummernausgabe gelaufen. Es war einiges los, aber ich musste trotzdem nicht lange warten.


Danach bin ich nochmal auf Toilette und habe ich mich von meinem Schatz verabschiedet, denn die Läufer sind mit Bussen zum Start gefahren worden.

Im Bus war es Gott sei Dank schön warm, den draußen war es durch den Wind recht kühl. Oben angekommen hatte ich noch ca. 20 Minuten bis zum Start und habe mich ein bisschen aufgewärmt. Da ich noch ein paar bekannte Gesichter getroffen habe, verging die Zeit wie im Flug. Zunächst sind die Halbmarathoner gestartet und ein paar Minuten später die 10-km-Läufer. Das Feld war jeweils wirklich sehr überschaubar, je ca. 500 Läufer. Da der Halbmarathon einen etwas anderen Streckenverlauf hatte, sind wir 10-km-Läufer ihnen nach dem Start nicht mehr wirklich begegnet – ggf. sind die schnellsten Halbmarathoner zusammen mit den letzten 10-km-Läufer ins Ziel gelaufen.

Ich habe mich im Startpulk sofort an den 50-Minuten-Zeitläufer geheftet, denn ich war ganz schön nervös und brauchte die Gewissheit, dass der Zeitläufer in der Nähe ist. Das hat sich am Ende als gute Entscheidung herausgestellt.
Der Startschuss kam dann etwas überraschend, da gar nicht runtergezählt wurde. Das hat mich ganz schön überrumpelt und mit hat der letzte tiefe Atemzug vor dem Start gefehlt. Nachdem es losging habe ich wieder versucht, mich nicht zu sehr von der Meute mitreißen zu lassen, die zum Start ja immer ein hohes Tempo vorgibt. Dennoch habe ich darauf geachtet, gleich auf mein Zieltempo zu kommen.
Auf dem ersten Kilometer sind wir zum Schloss Solitude gelaufen und dann in das große Waldgebiet abgebogen. Danach ging es bis Kilometer 3 bergab. Auf diesem Stück habe ich es laufen lassen und Tempo gemacht, da ich wusste was nach Kilometer 3 anstand: Ein Aufstieg, der sich über 2 Kilometer hinzog. Durch dieses starke Streckenprofil bin ich aber in kein gleichmäßiges Tempo gekommen, was sich durch den Rest des Rennens durchgezogen hatte. Leider habe ich auch ziemlich früh so ein leichtes Übelkeitsgefühl bekommen, was ich meiner Nervosität zuschreibe, und welches auch nicht wegging (im Gegenteil). Nach der Halbzeit habe ich mich noch ganz ok gefühlt (Betonung auf “ok”, gut habe ich mich nur den ersten Kilometer gefühlt), v.a. da ich wusste, dass es jetzt erst mal ziemlich steil und lange bergab ging. Da der Start ja höher lag als das Ziel, musste es ja irgendwann mal richtig bergab gehen. Auf der ersten Hälfte der Strecke haben sich Ab- und Aufstieg ausgeglichen. Bis Kilometer 7 ging es teilweise richtig steil bergab und ich habe versucht, einiges ein Zeit gutzumachen: Nach 5 Kilometern war ich etwas über der geplanten Zwischenzeit und ich wollte einen Puffer für den nächsten Anstieg (ja, es war noch nicht vorbei damit). Der vorletzte Anstieg ging über ca. 500 Meter und war so richtig fies, da sehr steil. Bei den Halbmarathonern ist dieser Anstieg bei Kilometer 18 – viel Spaß dabei! Danach ging es wieder steil bergab. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir das Ziel mehr als herbeigesehnt. Ich wollte einfach nur, dass es vorbei war. Ja, ich hätte langsamer laufen können, aber ich wollte unbedingt meine Zielzeit erreicht und hab die Zähne zusammengebissen. Der Zeitläufer war die ganze Zeit um mich herum: Mal war ich vor ihm, dann er wieder vor mir. Letzteres war v.a. bei den Anstiegen gut. Beim letzten kurzen Anstieg im letzten Kilometer hab ich echt gedacht, ich schaff es nicht mehr. Der Zeitläufer sagte mir dann: “Hey, du schaffst das! Nur noch ein kurzes Stück, dann geht’s nur noch bergab und du siehst gleich das Ziel!” Dafür war ich so dankbar!!! Ich habe nochmal meine letzten Reserven aktiviert und schon befürchtet, dass ich mich nach dem Zieleinlauf erstmal übergeben muss, da mir immer noch übel war. Aber ich dachte mir nur: “Das ist jetzt egal! Ich will unter 50 Minuten laufen!” Ein Schlusssprint war nicht drin, aber die letzten 100 Meter bin ich so schnell gelaufen wie ich konnte.

 

Und dann war es geschafft. Das Ziel war durchlaufen, ich bin nicht zusammengeklappt, ich musste mich nicht übergeben – aber ich musst ganz schnell an die Seite laufen und mich hinsetzen, da ich so am Ende war.
Meine offizielle Zielzeit ist 49:49 Minuten.
Es hat also gereicht, auch wenn es ein “Arbeitssieg” war. Aber ich bin so froh, dass ich zu dem miesen Lauf nicht auch noch meine Zielzeit verfehlt habe.
Nach was zu Trinken und etwas Obst ging es mir dann auch relativ schnell wieder gut.

Dennoch stellt sich natürlich die Frage, warum der Lauf für mich nicht so gut war. Tja, da kann ich euch schon ein paar Gründe nennen. Ich hatte ja schon darüber geschrieben, dass bei mir gerade ziemlich viel los, was mich mental beansprucht, sodass ich auch meine Ziele fürs Laufen dieses Jahr anpassen musste. Bei mir stehen große, wichtige Entscheidungen an und ich bin nervlich so angespannt, dass die kleinste Kleinigkeit Stress auslöst – sogar Sachen, auf die ich mich seit Wochen freue. Die letzten Tage habe ich gemerkt, dass auch die Vorfreude auf den heutigen Lauf zu Wünschen übrig lies. Ich habe die letzten Tage nicht besonders gut geschlafen, und bin gestern daher extra früh ins Bett. Ja, das hat dann gar nichts gebracht, denn ich habe, als ich im Bett lag, eine voll ausgeprägte Panikattacke bekommen. Nicht primär wegen des Laufs, sondern einfach wegen allem: Mein aktueller Job, meine berufliche Veränderung, die Hochzeit, dass das Wochenende wieder so ausgeplant war usw. Mein Schatz hat vorgeschlagen, den Lauf einfach ausfallen zu lassen, aber das wollte ich nicht. Immerhin habe ich die ganzen letzten Wochen darauf trainiert! Das einzige, worauf ich mich einlassen konnte, war, dass ich ggf. nicht auf die Messe zur YogaExpo gehe, wenn es mir nach dem Lauf nicht gut ginge. Irgendwann bin ich dann endlich eingeschlafen, aber es war in Summe über die letzten Tage einfach zu wenig Schlaf. Zusammen mit der mentalen Anspannung war das einfach keine gute Kombination, die einem einen schönen Lauf garantiert. Auch das kommt vor.

Aber immerhin konnte ich alle Energie zusammennehmen, damit ich in unter 50 Minuten ins Ziel kam. Und ich weiß, dass sich bei meinen anderen Themen in den nächsten Wochen einiges klären wird, was mir hoffentlich Entspannung und Entlastung bringen wird.
Danach bin ich dann sogar doch noch auf die YogaExpo. Aber dazu mehr im nächsten Post. Jetzt muss ich ins Bett – ich bin todmüde.

19 Comments

  • wow, das ist eine bombenzeit, gratuliere!!!! noch dazu wo der lauf so schwierig war, bin beeindruckt!!! ui, panikattacke klingt gar nicht gut…ich kenn das, wenn man sich auf nix mehr freut ist das ein erstes anzeichen das man viel zu viel macht…bitte denk an die entspannung gell, und denk mal drüber nach wie positiv das alles ist, warum du dir eigentlich sorgen machst etc…das hilft mir meistens ganz gut!!! alles liebe!!

  • Herzlichen Glückwunsch! Wirklich eine tolle Zeit, du hast allen Grund Stolz auf dich zu sein. Schade, dass der Lauf nicht so entspannt war (wobei ich persönlich 10k nie entspannt finde ;-)).

    Ich hoffe, dass es für dich in nächster Zeit wieder etwas ruhiger und entspannter wird (spätestens nach der Hochzeit…)

  • Glückwunsch, das ist doch schon mal einiges! 10km unter 50 Minuten – das nächste Ziel sind die 45 😉
    Erhol dich gut, die Beine sind heute bestimmt ein bisschen schwer, oder?

  • Erstmal auch nochmal an dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch! Das ist eine tolle Leistung und umso toller, wenn man die Umstände des Laufs beachtet! Wirklich Respekt! Finde ich ganz toll, dass du das so durchgezogen hast!
    Wünsche dir ganz viel Kraft für die bevorstehenden Entscheidungen!
    P.S: Süßes Laufoutfit!

  • Schwer ist gar kein Ausdruck! Auch heute noch bringen mich meine Waden fast um…. 😉
    Da hat selbst die sanfte Yoga-Einheit gestern Abend nicht geholfen – und das hilft sonst immer.

  • Ja, die Panikattacke war echt eine schlimme Sache!
    Meine aktuelle Anspannung wird sich leider erst nach der Hochzeit so richtig lösen – nicht wegen der Hochzeit selber, sonder auch wegen anderer Dinge, die ich erst danach klären kann. Ist grad leider eine blöde Situation…
    Aber nächste Woche habe ich schon URLAUB und hoffe, dass ich da etwas zur Ruhe komme und zumindest etwas mehr Schlaf bekomme.

  • Ab und an kommt mein verloren geglaubter Ehrgeiz doch wieder zum Vorschein. Manch anderer würde sagen, dass ich nicht ganz sauber bin, weil ich mich bei dem Lauf so verausgabt hab. 😉

    Danke, Kraft kann ich sehr gut gebrauchen – die Anspannung bei mir ist gerade sehr hoch.

    PS: Mein Motto ist: Immer schön auffällige Farben bei Laufveranstaltungen anziehen. 🙂

  • Da bin ich ja froh das ich doch noch einigen helfen konnte nach dem ich selbst so gelitten habe.
    Erst mal zu dir. Ich kann es nach fühlen wie das ist wenn man das erste mal eine bestimmte Zeitmarke unterschritten hat. Das fühlt sich sau gut an. Nehme dieses Gefühl mit nach Hause und wenn der Stress oder andere Probleme kommen, schließe die Augen lehne dich zurück und denke wieder an das Gefühl.

    Ich konnte leider am Anfang nicht das richtige Tempo laufen war ein wenig zu langsam unterwegs da meine Uhr mir die falschen Werte angezeigt hat. Deswegen musste ab Km 6 mehr Tempo machen. Hatte leider ab Km 3 noch eine Zerrung im Oberschenkel aber die war auszuhalten.

    Wünsche dir noch fiel Erfolge im weiterem Leben jeder Art.

    Gruß Horst

  • Hallo Horst!
    Na, das ist ja toll, dass du hierher gefunden hast! 🙂

    Dann war ich ja nicht die einzige, die auf der Strecke so gelitten hat. Aber ohne deine motivierenden Wort am Schluss hätte ich es glaub nicht unter 50 Minuten geschafft. Nochmals danke dafür!
    Ich hoffe, ich "vergesse" bald, wie mies der Lauf war und erinnere mich nur noch an die Zeit – denn das Tempo will ich im Juni auch beim Halbmarathon in Stuttgart laufen.

    Viele Grüße

  • Dann wünsche ich dir viel Erfolg und der Stuttgarter HM ist flach.

    Trainiere das Tempo öfters auf 5-10Km abschnitte mache Fahrtspiele. Zb so schnell wie du kannst bis zur nächsten Kreuzung oder so was, danach darf man auch ein paar Meter gehen bis der Puls sich wieder beruhigt hat.

    Normaler weise mache ich unterwegs immer ein wenig Blödsinn um die Läufer von ihren leiden abzulenken. Aber ich war selbst froh im Ziel zu sein.

  • WAHNSINN, … 49:49 … du bist echt der Hammer, … ich hatte – zugegeben ungeübt und in der 5. Woche schwanger – 1:07 gebraucht … DAMALS, … Du bist echt verbissen gewesen – aber super, dass du dein Ziel erreicht hast – so hatte das Ganze wenigstens nicht noch mehr negativen Beigeschmack!!! Aber sag mal, was darf ich mir denn unter einem ZEITLÄUFER vorstellen???

  • Ein Zeitläufer (oder auch Pace Maker genannt) ist ein in der Regel sehr erfahrener Läufer, der sich auf die Fahne schreibt, die Strecke in einer bestimmten Zeit zu laufen. An den kann man sich dann "ranhängen", damit man etwas mehr Sicherheit für die Erreichung seines Zeitziels hat.

  • Ich wollte eigentlich auch mal den HM beim Solitudelauf laufen, aber jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher (das war meine erste Teilnahmen beim Solitudelauf). Das Profil ist schon anspruchsvoll.
    Wenn, dann wohl eher ohne das Ziel zu haben, eine neue Bestzeit zu laufen. 😉

    Aber jetzt freue ich mich erst mal auf den HM in Stuttgart.
    Tempoläufe und Intervalle mache ich bereits. Aber vielleicht sollte ich auch mal Fahrtenspiele machen, damit es etwas abwechslungsreicher ist.

    Wie hast du eigentlich meinen Blog gefunden?

  • Normaler Weise tragen sie einen Luft-Ballon, auf dem die Zielzeit steht, und haben ihre Zielzeit noch zusätzlich irgendwo auf dem T-Shirt stehen.
    Bei manchen Laufveranstaltungen haben die Zeitläufer auch spezielle und auffällige T-Shirts an.

  • Super Leistung! Ich gratuliere dir zur 49. iger Zeit :-)) Ich wollte eigentlich auch beim Solitudelauf starten, hab es leider terminlich nicht geschafft! Jetzt will ich nächsten Samstag beim HM in Leinfelden (Schönbuchlauf) an den Start gehen.
    Läufst du auch noch einen HM die Saison?
    LG Stefan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.