11 Monate Babyglück

Adrians 11. Lebensmonat war in vielerlei Hinsicht ein besonderer Monat für uns: Wir haben unser erstes Weihnachten und Silvester als Familie verbracht, Adrian ist seine ersten Schritte gelaufen und für mich war es der letzte Monat Elternzeit, da ich letzten Donnerstag wieder mit arbeiten begonnen habe.

Familienzeit und Familienfeste

Von beidem hatten wir über die Feiertage ganz viel: Mein Mann hatte nicht nur 3 Wochen Urlaub, sondern auch kurz vor Weihnachten Geburtstag, den wir aber immer im kleinen Rahmen feiern – meist kommen nur meine Schwiegereltern zum Kaffee, da wir den Rest der Familie dann über die Feiertage sehen. Dieses Mal stand an diesem Tag auch das letzte Mal Babyschwimmen auf dem Programm, was wir nicht ausfallen lassen wollten, da ich mit dem Babyschwimmen im neuen Jahr nicht weitermache. Zum einen, weil mir die Uhrzeit mittwochs schon seit längerem nicht mehr so gut passte und ich für die 30 Minuten Schwimmen in Summe einfach zu lang unterwegs war (teilweise 3 Stunden!). Zum anderen, weil ich mit Adrian gerne eine Krabbel-/Spielgruppe ausprobieren möchte, sobald ich ein paar Wochen Arbeiten hinter mir habe und besser abschätzen kann, was zeitlich gut in unseren Alltag passt. So haben wir den Geburtstag meines Mannes also mit einem gemütlichen Frühstück, Kaffee und Kuchen, Babyschwimmen und abends mit Essen vom Chinesen verbracht. In den darauffolgenden Tagen bis Weihnachten haben wir bis auf die Vorbereitungen für Hl. Abend – Einkaufen, Essensvorbereitung, Weihnachtsbaumaufstellen und -schmücken – nicht viel gemacht.

Hl. Abend haben wir mit einem Teil unserer Familie bei uns zuhause verbracht. Der Besuch ist nachmittags gekommen, sodass Adrian vor dem Abendessen noch ausreichend Zeit hatte, sich an den Trubel zu gewöhnen. Während mein Mann und ich das Essen zubereitet hatten, mussten wir uns um ihn auf jeden Fall nicht kümmern, denn er hatte alle anderen schon in sein Unterhaltungsprogramm eingespannt. 😉 Wir haben einen richtig schönen Abend verbracht mit leckerem Essen, Spielen, Geschenkeauspacken und viel Lachen. Adrian war so ausgelastet, dass das Einschlafen ganz easy funktioniert hat. Ich hatte ja eher damit gerechnet, dass er länger brauchen würde, um zur Ruhe zu kommen, aber nach 15 Minuten war ich schon wieder beim Rest der Familie und bereit für den Nachtisch.

Am 1. Feiertag hatten wir einen Tag Pause von Besuchen, was uns sehr entgegenkam. So konnten wir am 2. Feiertag erholt zum Essen bei meinen Schwiegereltern gehen. Mit Erholung ging es auch in der Zeit zwischen den Jahren weiter, wo bei uns meist nie viel auf dem Programm steht. Die einzigen Aktivitäten waren ein Kinobesuch – mein Mann und ich haben den neusten Star Wars geschaut, während Adrian einen Nachmittag bei meinen Schwiegereltern verbracht hat – und ein Mittagessenstreffen mit Freunden und deren Kindern.

Am letzten Tag des Jahres habe ich das überraschend warme und frühlingshafte Wetter für eine Kinderwagen-Laufrunde mit Adrian genutzt, wobei wir den Läufern des alljährlichen Silvesterlaufs begegnet sind. Dabei fiel mir wieder ein, dass ich schon seit Jahren an diesem Silvesterlauf teilnehmen wollte, es dann aber doch nie gemacht hatte. Mit Adrian hatte ich so meinen ganz eigenen Silvesterlauf, den ich sehr genossen habe. Auf den späten Nachmittag sind meine Schwiegereltern zu uns gekommen, wir haben abends gemeinsam Raclette gegessen, uns von Adrian unterhalten lassen (er ist echt ein Entertainer!) und bis Mitternacht Rommé gespielt, nachdem Adrian im Bett war. Das Jahr ging also ganz gemütlich zu Ende und der Start ins neue Jahr wäre glaube ich auch ganz entspannt verlaufen, wenn nicht um 00:15 Uhr jemand fast direkt vor unserem Schlafzimmerfenster 2 Feuerwerksbatterien losgelassen hätte, von denen Adrian dann doch aufwachte. Bis dahin hatte ihm das Feuerwerk beim Schlafen nämlich nichts ausgemacht. Er ist von der Knallerei zwar nicht aus dem Schlaf hochgeschreckt, sondern einfach nur aufgewacht, konnte dann aber nicht gleich wieder einschlafen und war dann erst einmal für 2 Stunden wach – er hatte ja schon einige Stunden erholsam geschlafen. Mein Mann hat sich ihm angenommen, damit ich schon etwas schlafen konnte. Ich habe ihn dann wiederum morgens länger schlafen lassen. Kurz war die Nacht aber trotzdem, denn Adrian schläft in der Regel morgens nicht länger, wenn die Nacht mal kürzer war.

Als letzter Familienbesuch stand im neuen Jahr ein Besuch bei meinem Papa am Bodensee an, bei dem wir über Nacht geblieben sind. Das Wetter hatte uns durch den heftigen Sturm in Sachen Unternehmungen etwas eingeschränkt, aber das hat uns nicht weiter gestört, da Adrian bei meinem Papa wieder viel zu entdecken hatte – neue Tische, Stühle, Schränke, Türstopper & Co. -, was uns Große natürlich auf Trab gehalten hat. Mit dem kleinen Wirbelwind wird es nie langweilig!

Die restlichen gemeinsamen Tage, bis mein Mann wieder arbeiten musste, gingen dann viel zu schnell vorbei und auch mir blieben dann nur noch 10 Tage bis zum Ende meiner Elternzeit, die ich mit Adrian in vollen Zügen genossen habe.

Mit großen kleinen Schritten

In unserer gemeinsamen Familienzeit hat Adrian einen weiteren großen Entwicklungssprung vollbracht: Er hat mit dem freien Laufen begonnen!

Zunächst hatte uns Adrian mit ein paar kleinen freien Tapsern kurz vor Weihnachten überrascht, was er noch ein paar Mal wiederholt, dann aber über die Feiertag fast komplett eingestellt hatte. Parallel haben nämlich auch die beiden oberen äußeren Schneidezähne geschoben, die sich auch wieder ewig Zeit bis zum Durchbrechen gelassen haben. Vor Weihnachten sahen die schon aus, als ob sie in ein paar Tag durch wären. Es hat dann aber nochmal 3-4 Wochen gedauert, bis es tatsächlich soweit war – was sie natürlich nicht davon abgehalten hat, den kleinen Mann bis dahin einige Male zu quälen.

In der Neujahrwoche hat Adrian dann buchstäblich die Beine in die Hand genommen und auf einmal wieder mit dem freien Laufen begonnen. Das waren natürlich zunächst wieder nur ein paar freie Schritte, aber dieses Mal hat er das immer öfter wiederholt, v.a. wenn er kurze Abstände wie vom Couchtisch zum TV-Schrank zurücklegen wollte, wofür er ja sonst zum Krabbeln auf den Boden musste. Die Strecken, die er zurücklegen konnte, wurden nach und nach immer länger, sodass mein Mann und ich einige Male sehr überrascht waren, wenn Adrian plötzlich ganz frei mitten im Raum stand.

Das seitliche Laufen entlang an Möbeln wurde dann auch immer mehr abgelöst durch das Schieben diverser Gegenstände, wodurch Adrian das Vorwärtslaufen weiter üben konnte. So wurden eifrig der Hochstuhl, Wäschekörbe und dann auch immer häufiger der Lauflernwagen zum Üben genutzt. Gerade beim großen Lauflernwagen war ich sehr erstaunt, wie schnell er den unter Kontrolle hatte, da er keine Brems- oder Feststellmöglichkeit hat und ziemlich schnell Fahrt aufnimmt. Am Anfang ist immer einer von uns Großen mitgelaufen und hat den Wagen ein wenig gebremst, damit er Adrian nicht abhaut. Doch jetzt ist das alles kein Problem mehr: Er kann ganz leicht am Wagen aufstehen und ihn schieben – sogar rückwärts! Das Lenken müssen wir aber noch üben.

Das Laufen hat das Krabbeln immer mehr abgelöst. Jetzt krabbelt Adrian eigentlich nur noch, wenn er beim Laufen hingeplumpst ist und er zur nächsten Hochziehmöglichkeit kommen muss. Alleine Aufstehen geht nämlich noch nicht, aber ich habe das Gefühl, dass auch das nicht mehr lange dauert, denn er übt schon fleißig Kniebeugen in wirklich großartiger Technik. Wenn das Aufstehen klappt, wird es in Sachen Mobilität nochmals eine Stufe intensiver. Gott sei Dank entwickelt sich das Ganze nach und nach, sodass man sich stückweise dran gewöhnen kann.

Neben der Entwicklung beim Laufen hat sich auch Adrians Wortverständnis im letzten Monat stark weiterentwickelt. Ich glaube, dass er schon richtig viel von dem versteht, was wir ihm sagen, und er kann schon viele Wörter den entsprechenden Personen, Gegenständen oder Aktivitäten zuordnen. Richtig sprechen kann er aber noch nicht. Er brabbelt noch sehr viel und wir haben zumindest noch nicht wirklich erkannt, dass hinter seinen Lauten schon ein Sinn steckt. Er hat aber das Wörtchen „Da“ für sich entdeckt, dass ja universell einsetzbar ist. Da braucht’s eigentlich nicht viel mehr, oder?

Mir macht das aber sehr deutlich, dass sich Kinder einfach unterschiedlich entwickeln. Am Ende können sie alle Laufen, Reden, Springen, selber Essen, Pusten, Klatschen, haben alle Zähne usw. Aber die Reihenfolge ist sehr individuell und es sagt nix über die Intelligenz, die Reife oder sonst was aus, wenn das Kind die eine Sache vor der anderen macht oder irgendwas später macht als andere Kinder. Das ist echt ein gefährliches Terrain, auf das man sich da begibt, wenn man mit dem Vergleichen und Bewerten anfängt. Ich freue mich einfach unheimlich, diese Entwicklung zu beobachten und Adrian dabei zu unterstützen – und das geht vom Vormachen und Machenlassen übers Kuscheln bis zum und Trösten, wenn er sich mal wieder den Kopf angeschlagen oder die Finger eingeklemmt hat. Letzteres kommt grad zwar immer öfter vor, aber davon lässt sich Adrian in seinem Entdeckerdrang nicht abhalten.

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