3 Monate Babyglück

3MonateBabyglück

Im letzen Babyglück-Update hatte ich es schon angekündigt: In Adrians 3. Lebensmonat hat sich bei uns einiges zum Positiven verändert und ich habe jetzt das Gefühl, dass ich wirklich im Mamasein angekommen bin. Nicht nur Adrian hat unglaubliche Fortschritte gemacht, sondern auch ich, sodass wir viele kleine und große Erfolge feiern konnten.

Ich werde das Kind schon schaukeln

Der Beginn von Adrians 3. Lebensmonat war auch das Ende der ersten Elternzeit meines Mannes und unserer ersten langen gemeinsamen Zeit zu dritt. Natürlich ist mein Mann jetzt auch noch da, aber er geht wieder von Montag-Freitag arbeiten. Ich hatte vor dieser Veränderung ja ganz schön Bammel, da ich bis dato überhaupt nicht das Gefühl hatte, dass sich bei uns schon irgendetwas eingependelt oder ich schon ein erstes Vertrauen in meine mütterlichen Fähigkeiten entwickelt hätte. Ich stelle jetzt im Nachhinein fest, dass ich im Vorfeld ganz schön große Erwartungen an diese ersten gemeinsamen Wochen hatte. Doch das einzige, für das man meiner Meinung nach in dieser Zeit Raum schaffen sollte, ist das Ankommen: Raum für das Baby, in dieser Welt anzukommen, und Raum für die Eltern, in der völlig veränderten Situation anzukommen. Es ist noch gar nicht notwendig, in dieser Zeit schon irgendetwas besonders gut machen zu müssen bzw. in den Griff zu bekommen. Doch genau das hatte ich von mir erwartet. Wie sollte ich sonst zurecht kommen, wenn ich dann den Großteil der Zeit mit Adrian alleine verbringe?

Ganz ohne Erwartungen, etwas leisten oder besonders gut machen zu müssen, bin ich daher mit Adrian in unser Zeit „allein“ gestartet. Wichtig waren nur die Punkte, die ich im letzten Babyglück-Update genannt hatte: Adrian soll ausreichend schlafen, ich im Idealfall auch und ich muss ausreichend essen. Und siehe da: Die erste Woche ohne Papa, die zudem auch eine kurze war, ist echt ganz gut gelaufen, was mir endlich etwas mehr Sicherheit und Selbstvertrauen gegeben hat. Ich habe begonnen, meinen Alltag mit Baby zu gestalten, und seitdem schon wieder viel angepasst, da ich gemerkt habe, dass ich manches auf Dauer alleine so nicht durchziehen kann.

Was mir guttut, ist auch für Adrian gut

Ganz oben auf der Liste stand da das dauernde Tragen von Adrian. Nicht falsch verstehen: Ich liebe es, Adrian auf dem Arm oder in der Babytrage bzw. im Tuch zu tragen und mache das immer noch ganz viel, denn ich finde es wichtig, dass Adrian viel Körperkontakt mit uns hat (mein Mann trägt ihn auch gern in der Babytrage). Aber ich habe in der 2. Woche alleine gemerkt, dass mir das auf Dauer an die Substanz geht. Zum einen, weil ich wieder starke Rückenschmerzen bekommen hatte, die mich auch in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt haben (mein Rücken ist ja leider eine Schwachstelle, für die ich eigentlich viel tun muss, damit ich beschwerdefrei bleibt). Wenn man bei jedem Aufstehen aufpassen muss, dass es einem nicht reinfährt, und man sich gefühlt bewegt wie eine 100-Jährige, dann muss man was ändern. Zum anderen hat die Alternativlosigkeit zum Tragen in Sachen Babyschlaf am Tag in mir immer mehr ein Gefühl von Enge erzeugt. Geäußert hat sich das dadurch, dass mir die eigentlich geliebte körperliche Nähe zu Adrian zu viel wurde und ich abends extrem gereizt war. Außerdem habe ich es auch nicht geschafft, es mir mit Baby vor dem Bauch so gemütlich zu machen, dass ich tagsüber auch mal hätte schlafen können. Gleichzeitig konnte ich die Gelegenheiten am Abend, wenn mein Mann zuhause war und sich Adrian angenommen hat, selten dazu nutzen, etwas für mich zu tun. Ich wollte dann halt doch immer dabei sein, sonst könnte ich ja was verpassen. Dabei sind genau das die Zeiten, in denen ausreichend Platz für ein bisschen Rückenmobilisation oder Yoga ist! Dass sich da etwas ändern musste, war mir schon klar, aber den Ruck dafür hat mir mein Mann gegeben, der mir offen gesagt hat, dass ich innerhalb von nur ein paar Tagen in Sachen Energie und Ausgeglichenheit abgebaut hatte, und mich darum gebeten hat, daran etwas zu ändern. Natürlich war er das Ventil für meine Gereiztheit. 🙁

Adrian hat sich in seinem dritten Monat rasant weiterentwickelt und ist in seinen Wachphasen ein sehr fröhliches, aufgewecktes und neugieriges kleines Menschlein. Daher hatte ich ein gutes Gefühl, die Schlafsituation am Tag anzugehen und mit ihm zu üben, dass das Schlafen nicht nur an Mamas oder Papas Körper geht. Da ich zu diesem Thema auf Facebook, Instagram & Co. schon einige Fragen bekommen habe, werde ich einen separaten Beitrag über unsere Erfahrungen und die Tipps, die für uns hilfreich waren, schreiben. Daher gehe ich jetzt nicht näher darauf ein, was wir genau gemacht haben. Eines ist jedoch sicher: Wenn ich das Gefühl gehabt hätte, dass Adrian sonst noch zu unausgeglichen wäre, dann hätte ich das ständige Tragen noch weitergemacht und anderweitig geschaut, wie ich mir Entlastung verschaffen kann. Da ich jedoch sowohl in Adrian als auch in mich ausreichend Vertrauen in das Projekt „Schlafsituation am Tag“ hatte, sind wir mittlerweile so weit, dass Adrian den Großteil seiner Schläfchen gepuckt in seinem Beistellbett macht, wenn wir zuhause sind. Adrian mag die Enge, die er eingewickelt in der Mullwindel spürt, wenn er gepuckt ist. Das hilft ihm auch super dabei, sich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen, wenn er müde ist. Diese Enge erlebt er ja auch in der Trage/im Tuch. Unterwegs habe ich daher immer Trage bzw. Tuch dabei, auch wenn wir mit dem Kinderwagen unterwegs sind – einfach als Sicherheit. Doch auch das Schlafen im Kinderwagen klappt schon besser.

Durch die Fortschritte in Sachen Schlafen hat sich die Situation für mich weiter entspannt, was Adrian natürlich auch merkt. Ich kann die Zeit, in der er schläft, nutzen, um in Ruhe etwas zu erledigen oder etwas für mich zu tun. Adrian ist durch den ausreichenden Schlaf richtig gut drauf, sodass wir beide gemeinsam seine Welt entdecken können, wenn er wach ist.

Neue alte Erkenntnisse

Und genau darum ging es mir ja auch, als ich dieses Jahr unter das Motto „Abenteuer Familie“ gestellt hatte: Die Welt mit Adrian neu zu entdecken, was nicht nur die ganz neuen Erfahrung einschließt, die man macht, wenn man zum ersten Mal Eltern wird, sondern auch die Wiederentdeckung bekannter Erfahrungen und Erkenntnisse, die in dieser neuen Situation eine neue Bedeutung bekommen.

Die erste wichtige Lektion, die ich in den letzten Wochen auf ein Neues gelernt habe: Ich muss auf das hören, was sich für mich stimmig und richtig anfühlt. Ich muss ein Gefühl dafür bekommen, was ich mir und unserem Sohn zutrauen kann. Auch in Sachen Babyschlaf führen viele Wege nach Rom und was für andere eine Lösung ist, muss für mich nicht unbedingt auch eine Lösung sein. Die zweite wichtige Lektion: Es ist ein Entwicklungsprozess, also geht es mal ein bisschen vor, mal ein bisschen zurück, mal kann man große Schritte gehen, mal sind die Schritte kleiner, man ist nie „fertig“, sondern immer dabei, etwas anzupassen. Und die dritte wichtige Lektion: Vor lauter „Schwierigkeiten“ nicht das Gesamtbild aus den Augen verlieren. Es gibt immer Dinge, die nicht so gut laufen oder anstrengender sind. Doch ist das oft weniger als das, was ganz leicht von der Hand geht, das Spaß macht und schön ist. Letzteres kann ich jetzt endlich mehr genießen und bewusster wahrnehmen, sodass ich das Elternsein jetzt richtig schön finde.

Das alles sind natürlich keine neuen Erkenntnisse, aber ich erlebe sie jetzt auf einer ganz anderen emotionalen Ebene. Eltern zu werden haut einen echt ganz schön um. Da staune ich immer noch drüber. 😉 Gleichzeitig erlebe ich mein Leben gerade so intensiv wie nie zuvor, was es so wahnsinnig lebendig macht! (Damit hatte ich ja früher so meine Probleme) Ich glaube, das ist auch der Grund dafür, warum ich das Gefühl habe, dass viel mehr Zeit als „nur“ 3 Monate seit Adrians Geburt vergangen sind. Ich hab einfach so wahnsinnig viel erlebt! Auch die turbulente Anfangszeit war auf ihre Art erfüllend, da sie mein Leben schon in einem ganz neuen Maß ausgefüllt hat. Dass die letzten Wochen hauptsächlich mit schönen Erlebnissen ausgefüllt waren, finde ich natürlich um einiges besser.

Ich bin Mama

Wer hätte gedacht, dass sich das Leben mit Baby nach ein paar Wochen wirklich beruhigt und auf seine Art leichter wird? Haben mir zwar viele gesagt, doch glauben konnte ich das nicht. 😀 Vor ein paar Wochen hat es sich auch noch sehr komisch angefühlt, dieses Mamasein. Jetzt fühlt es sich richtig gut an. Ich bin Mama und sehr verliebt in unser kleines Wunder.

Es fühlt sich sogar so gut an, dass ich mir nach und nach kleine Stücke alter Freiheit zurück erarbeite: Meine Schwiegereltern haben schon das erste kurze Babysitten übernommen, während ich eine Nordic Walking Runde gedreht habe, und nächste Woche geht’s das erste Mal zum Yoga! Außerdem bin ich glaube ich auch bereit für etwas weniger Baby-lastigen Inhalt auf dem Blog. Vielleicht gibt’s bald ein neues Rezept – da muss ich mich mal neu inspirieren lassen. 😉

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